Wegen Corona? In Seniorenheimen sind wieder viele Plätze frei

Dresden - Die zweite Corona-Welle hatte die sächsischen Pflegeheime fest im Griff. Hohe Todeszahlen, Covid-19-Ausbrüche und Bewohner in Quarantäne - das hat Spuren hinterlassen. In einigen Seniorenheimen sind derzeit mehr Betten frei als gewöhnlich.

Das ASB-Seniorenheim Dresden "Am Gorbitzer Hang".
Das ASB-Seniorenheim Dresden "Am Gorbitzer Hang".  © Steffen Füssel

"Der Einzug neuer Bewohner läuft ungewöhnlich verhalten", sagt Dario Perrone (35), Bereichsleiter Stationäre Pflege ASB Dresden & Kamenz.

"Das hat weniger mit der Übersterblichkeit als mit der Angst der Verwandten zu tun", sagt Perrone. Für Angehörige von Pflegebedürftigen sei es mitunter ein schwieriger Entschluss, Eltern oder Großeltern in ein Pflegeheim zu geben.

"Manche Angehörige wollen ihre betagten Eltern wegen Corona lieber länger zu Hause behalten, weil sie durch die Berichterstattung über andere Heime verunsichert sind."

Eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten und strikte Quarantäne im Falle eines Ausbruchs hätten Angehörige dazu veranlasst, die Heimunterbringung vorerst zu verschieben.


Sächsische Seniorenheime haben derzeit noch Kapazitäten. Der Großteil ist mittlerweile durchgeimpft.
Sächsische Seniorenheime haben derzeit noch Kapazitäten. Der Großteil ist mittlerweile durchgeimpft.  © imago images/Shotshop

Dario Perrone: "Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie"

Dario Perrone (35), ASB-Bereichsleiter Stationäre Pflege.
Dario Perrone (35), ASB-Bereichsleiter Stationäre Pflege.  © PR

Das ASB-Seniorenheim Dresden "Am Gorbitzer Hang" hat eine Kapazität von 243 Betten. Über das Jahr seien durchschnittlich 240 davon belegt, aktuell sind 25 davon frei. Das ist ungewöhnlich.

Aber: "Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie - das beobachten wir jedes Jahr in der dunklen Jahreszeit. Hoch betagte Menschen sterben eher im Winter als im Sommerhalbjahr", gibt Dario Perrone zu bedenken.

Auch in einzelnen Heimen der Diakonie Sachsen beobachtet man derzeit eine geringere Auslastung. "Durch die voranschreitenden Impfungen ist jetzt aber schon eine gewisse Entspannung eingetreten", sagt Miriam Taterka von der Diakonie Sachsen.

Laut Sächsischem Sozialministerium hätten "alle Bewohner der vollstationären Dauerpflege in Sachsen mindestens ein Erst-Impfungsangebot erhalten, viele auch schon die Zweitimpfung".

Titelfoto: Steffen Füssel/PR

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