Weil immer noch zu viele unvernünftig sind: Sachsen greift zu schärferen Maßnahmen

Dresden - Schlimmer geht immer. Im Kampf gegen das Coronavirus verschärft Sachsen seine Auflagen für die Bürger. Ab Sonntag sollen auch Gaststätten, Bau- und Gartenmärkte sowie Friseure schließen; für Krankenhäuser und Altenheime gilt ein Besuchsverbot. Richtig streng wird es für Treffen untereinander: Künftig sind alle Ansammlungen verboten.
MP Michael Kretschmer (44, CDU) will im Kampf gegen Corona noch härter durchgreifen.
MP Michael Kretschmer (44, CDU) will im Kampf gegen Corona noch härter durchgreifen.  © Robert Michael/dpa

"Das gute Wetter hat dazu geführt, dass nicht nur hier an der Elbe, sondern auch in Parks und auf Spielplätzen ein buntes Treiben unterwegs war", so Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU). "Wenn wir Ansteckungsketten unterbrechen wollen" gehe das aber gar nicht.

Darum gilt ab dem morgigen Sonntag: keine Ansammlungen unter freiem Himmel für Gruppen. Bei Zuwiderhandlung drohen zwei Jahre Knast! 

Eine genaue Personenzahl ist aber nicht festgelegt, weder nach oben noch nach unten. "Familien sollen sich selbstverständlich miteinander bewegen können. Aber wenn sich sechs Jugendliche auf einem Spielplatz oder im Park treffen, viel Freude haben und sich die Getränke austauschen, dann soll das so sein, dass Ordnungsamt und Polizei einschreiten", so der MP nachdrücklich.

Eine Ausgangssperre für Sachsen war zunächst nicht vorgesehen. 

Doch Freitagabend gab das Dresdner Rathaus bekannt, dass schon um Mitternacht die Ausgangssperre mit Ausnahmen in Kraft tritt. Mehr dazu lest Ihr >>> hier

Die neue Dresdner Allgemeinverfügung ist bis zum Ablauf des 4. April gültig. Die übrigen verschärften Regeln gelten zunächst bis zum 20. April.

Einen ersten richtigen Überblick gibt es wohl nicht vor Ostern

Kretschmer rechne jedoch mit einer weiteren Zunahme der Corona-Fälle in den kommenden zehn Tagen. Einen ersten richtigen Überblick werde man wohl erst am Ostersonntag haben.

Dazu zählen laut Gesundheitsministerin Petra Kipping (61, SPD) auch das Besuchsverbot für Krankenhäuser und Altenheime! Die Krankenhäuser sind angehalten, ihre Alarm- und Einsatzpläne in Kraft zu setzen. Parallel wurde ein Betreuungsverbot für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe erlassen. Dafür sind die Nottelefone geschaltet und besser besetzt.

Zeitgleich lockert das Land die strengen Regeln für Betreuung in Schulen und Kitas etwas. Ebenfalls wichtig: Hol- und Bringdienste für Lebensmittel dürfen weiter arbeiten.

Titelfoto: Tino Plunert, Robert Michael/dpa

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