Wirklich weniger Stau? Sachsens erste digitale Autobahn soll helfen

Dresden - "Highway to hell" war gestern - jetzt kommt die "Intelligente Autobahn": Das bundesweite Leitsystem soll künftig für weniger Staus und für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen.

Über hundert Bildschirme - ein Bundesverkehrsminister: Andreas Scheuer (46, CSU) in der Netzbetriebsstelle in Dresden-Hellerau. Hier laufen ab Januar 2021 digital die Informationen von insgesamt 13.000 Autobahnkilometern zusammen.
Über hundert Bildschirme - ein Bundesverkehrsminister: Andreas Scheuer (46, CSU) in der Netzbetriebsstelle in Dresden-Hellerau. Hier laufen ab Januar 2021 digital die Informationen von insgesamt 13.000 Autobahnkilometern zusammen.  © Thomas Türpe

Die Voraussetzungen dafür sind "Made in Hellerau".

Am Donnerstag stellten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (45, CSU), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) das Projekt in der Autobahnmeisterei Dresden-Hellerau vor.

Dafür werden nicht nur die 13 .000 Autobahnkilometer im gesamten Bundesgebiet digital vernetzt, sondern auch die 189 Autobahnmeistereien, 42 Verkehrszentralen, 41 Außenstellen und zehn Niederlassungen.

Der ultraschnelle und ausfallsichere Datenaustausch zentralisiert das Verkehrsmanagement und vereinfacht Planung, Bau und Betrieb von Autobahnen. Aber was hat der Autofahrer davon?

"Wir wollen dem Stau den Kampf ansagen" erklärte Stephan Krenz (54), Geschäftsführer der Deutschen Autobahn GmbH des Bundes. Mehr Sicherheit und mehr Effizienz inklusive.

"Das Neue ist ja, dass beim Datenaustausch bisher an der Landesgrenze Schluss war", sagte Bundesverkehrsminister Scheuer und sprach von einem Schlüsselprojekt. Zum 1. Januar 2021 soll es starten. Schon jetzt wurde die Autobahnmeisterei Dresden-Hellerau zu einer Netzbetriebszentrale (NOC) mit 34 Mitarbeitern ausgebaut. Dort wurden auch die Grundlagen für das Projekt geschaffen.

"Wo ist gerade Stau?" Der Bundesverkehrsminister (2 v.l.) im Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU, r.).
"Wo ist gerade Stau?" Der Bundesverkehrsminister (2 v.l.) im Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU, r.).  © Thomas Türpe
Kampf dem Stau: Das Projekt "Intelligente Autobahn" soll sich durch ultraschnellen Datenaustausch positiv auf das Stauaufkommen auswirken.
Kampf dem Stau: Das Projekt "Intelligente Autobahn" soll sich durch ultraschnellen Datenaustausch positiv auf das Stauaufkommen auswirken.  © DPA/Robert Michael

"Sachsen ist Vorreiter bei Mobilität und Digitalisierung", betonte Sachsens Wirtschaftsminister Dulig. Eine zweite Zentrale mit zwölf Fachkräften wird in Frankfurt am Main in Betrieb gehen. Rückgrat des Projekts sind Glasfaserkabel der neuesten Generation mit dem derzeit leistungsstärksten Standard, dem sogenannten "Dense Wavelength Division Multiplexing"-Verfahren (DWDM).

Parallel zu den Schnellstraßen bilden sie ein gleich langes Netz von Datenautobahnen. Bisher wurden mehr als 35 Millionen Euro investiert. Etwa die gleiche Summe wird bis zur Fertigstellung des Projekts Ende September erforderlich sein.

Titelfoto: Thomas Türpe

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