Wunschzettel an die Landesregierung: Was erhoffen sich Sachsens Verbände?

Sachsen - Was erhoffen sich eigentlich Sachsens Verbände und Interessenvertreter von denen "da oben"? Wir haben mal nachgefragt ...

Wolfram Günther (47, Grüne), MP Michael Kretschmer (45, CDU), Martin Dulig (46, SPD) und Katja Meier (41, Grüne, v.l.) regieren zusammen Sachsen. Werden sie die Wünsche erfüllen?
Wolfram Günther (47, Grüne), MP Michael Kretschmer (45, CDU), Martin Dulig (46, SPD) und Katja Meier (41, Grüne, v.l.) regieren zusammen Sachsen. Werden sie die Wünsche erfüllen?  © Norbert Neumann

Vier Tage noch bis Heiligabend. Dann brennen die Lichter am Baum und vielleicht erfüllt der Weihnachtsmann sogar den einen oder anderen Wunsch.

Dinge, die Knecht Ruprecht nicht besorgen kann, stehen auf den Wunschzetteln von sächsischen Verbänden, Initiativen und der Gewerkschaft. TAG24 hat nachgefragt und mitgeschrieben: Das wünscht man sich für 2021 von den Regierungsspitzen in Land, Bund, EU und der Gesellschaft.

  • DGB Sachsen

Der DGB Bezirk Sachsen wünscht sich, dass Corona besiegt und Sachsen gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.

Sprecherin Anna Bernstorf: "Respekt, Rücksichtnahme und Solidarität werden zur Richtschnur des Handelns. Sachsen wird zum Land der guten Löhne, sicheren Arbeitsplätze und Mitbestimmung. Strukturwandel, Digitalisierung und der Wandel der Arbeitswelt werden aktiv und fair mit Beteiligung der Beschäftigten angegangen."

Der DGB hofft, dass wichtige Gesetzesvorhaben umgesetzt werden - etwa im neuen Vergabegesetz, welches Tariflöhne zur Pflicht macht bei öffentlichen Aufträgen.

Was erhoffen sich der Steuerbund und der Fahrgastverband Pro Bahn?

Der Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland wünscht sich eine dauerhafte, direkte Anbindung an den Fernverkehr für Chemnitz.
Der Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland wünscht sich eine dauerhafte, direkte Anbindung an den Fernverkehr für Chemnitz.  © Fabian Sommer/dpa
  • Steuerbund

Thomas Meyer (59) ist Präsident des Bundes der Steuerzahler Sachsen. Er beobachtet kritisch das Krisen-Management der Regierenden.

Meyer: "Wir sorgen uns, dass die Ersparnisse der Bürger zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte herangezogen werden könnten. Zudem treibt uns die reale Angst um, dass die Sozialsysteme für Rente und Kranken- sowie Arbeitslosenversicherung zusammenbrechen.

Wir wünschen uns jetzt eine weitsichtige, sachorientierte und uneigennützige Politik im Interesse aller Bürger. Ich persönlich wünsche mir von den Politikern mehr Ehrlichkeit. Sie sollten den Mut aufbringen, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen."

  • Pro Bahn

"Für 2021 wünschen wir uns, dass das Thema Verkehrswende wieder Aufwind erhält", schreibt Anja Schmotz für den Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland.

Sie führt fort: "Wir setzen uns auch weiterhin für Reaktivierungen von Bahnstrecken im ländlichen Raum ein. Der öffentliche Nahverkehr muss so attraktiv werden, dass die Menschen nicht nur in Großstädten ihr Auto ohne Probleme stehenlassen oder ganz auf es verzichten können.

Ganz konkret wünschen wir uns, dass 2021 Entscheidungen getroffen werden, damit Chemnitz wieder eine dauerhafte, direkte Anbindung an den Fernverkehr erhält."

Was sagen Landessportbund, Familienverband und Unternehmerverband?

Der Landessportbund Sachsen will, dass die Sportvereine gut aus der Viruskrise hervorgehen.
Der Landessportbund Sachsen will, dass die Sportvereine gut aus der Viruskrise hervorgehen.  © picture alliance / dpa
  • Landessportbund

"Wir wünschen uns, dass die Sportvereine gut aus der Corona-Krise hervorgehen. Die über 675.000 Vereinsmitglieder sollen wieder trainieren können!", erklärt Annegret Müller für den Landessportbund Sachsen.

Sie verweist darauf: "Hygienekonzepte dafür wurden in den vergangenen Monaten bereits erarbeitet. Nun hoffen wir, dass die Verbreitung des Virus abnimmt, damit vor allem Kinder, Jugendliche und Senioren bald wieder aktiv werden können."

Ihr Dank geht jetzt an alle Haupt- und Ehrenamtliche, die sich dafür einsetzen, dass Vereinssport auch 2021 wieder möglich sein wird.

  • Familienverband

Theresia Walter hat die Wünsche des Deutschen Familienverbandes Landesverband Sachsen zu Papier gebracht. Der möchte, ...

• …dass Familien weiterhin und noch mehr ihrem gesellschaftlichen Beitrag angemessen entlastet werden – und nicht am Ende überproportional für die Corona-Schulden einstehen müssen!

• ...dass "Kinder erziehen" als eine der wesentlichsten Aufgaben von Eltern verstanden wird, die nicht nebenbei erledigt werden kann - und deshalb entsprechend gewürdigt und berücksichtigt werden muss!

  • Unternehmerverband

Der Unternehmerverband Sachsen schaut optimistisch voraus: "Wir wünschen uns eine Politik, die langfristige Strategien verfolgt und der Wirtschaft damit Planungssicherheit gibt. Miteinander füreinander - nur so können wir gemeinsam die Herausforderungen und Hürden meistern, die vor uns liegen nach diesem Krisenjahr."

Das sagen Künstlerbund, Heimatschutz und Paritätischer Sachsen

  • Künstlerbund

Für den Lan­des­ver­band Bil­den­de Kunst Sach­sen for­mu­liert Ge­schäfts­füh­re­rin Ly­dia Hem­pel: "Wir wün­schen uns ei­nen wei­sen Lan­des­herrn, der die Ver­ant­wor­tung der Da­seins­vor­sor­ge auch in ei­nem kul­tu­rel­len Sin­ne ver­steht. In ei­nem pro­kla­mier­ten 'Land der Ide­en' und in Zei­ten, in de­nen deut­lich wird, dass un­se­re Grund­be­dürf­nis­se nicht nur ma­te­ri­el­ler, son­dern auch ide­el­ler Art sind, ist es höchst not­wen­dig, Kul­tur, das hei­ßt Äs­the­tik- und Dis­kurs­an­ge­bo­te für ihr ge­sell­schaft­li­ches Ge­gen­über nutz­bar zu hal­ten, ihre kom­mu­ni­ka­ti­ven Leis­tun­gen wert­zu­schät­zen und ihre Exis­tenz zu si­chern."

  • Heimatschutz

Im Landesverein Sächsischer Heimatschutz engagieren sich hunderte Freiwillige für Natur- und Landschaftsschutz sowie Denkmalpflege. Geschäftsführerin Susanna Sommer: "Wir wünschen uns, dass wir in vielfältigen Veranstaltungen wieder Gemeinschaft erleben können. Außerdem wünschen uns eine gebührende Anerkennung dafür, dass wir weit über die Gemeinnützigkeit hinausgehend Aufgaben erledigen, die der Allgemeinheit dienen." Als Beispiele dafür nennt sie die Arbeiten im Seifersdorfer Tal (bei Radeberg) oder an der Bosel (bei Meißen).

  • "Paritätischer"

Michael Richter ist Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen (kurz: Paritätischer Sachsen). Er sagt: "Die aktuelle Lage hat die Sozial- und Pflegeberufe stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Das freut uns, denn die Menschen leisten dort jeden Tag einen entscheidenden Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Als Wohlfahrtsverband wünschen wir uns, dass sich diese Wertschätzung in besseren Arbeitsbedingungen und weniger bürokratischen Lasten widerspiegelt und noch mehr Menschen ihre berufliche Perspektive in diesen wunderbaren Arbeitsfeldern sehen."

Titelfoto: Norbert Neumann

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