Zahnarzt-Einbruch im Auftrag von "Maxim": Richter schickt diebische Cousins hinter Gitter

Von Steffi Suhr, Jens Kaczmarek

Bautzen - So schnell kann's gehen. Igor (23) und Alexandr F. (29) stiegen im März in eine Zahnarztpraxis ein und klauten Inventar für 51.447 Euro. Die Cousins aus Moldawien gingen aber der Polizei ins Netz. Und schon am Mittwoch setzte es beim zuständigen Amtsrichter in Bautzen 15 Monate Haft für jeden.

Igor F. (23) wird in zwei Wochen Vater. Aber er muss in den Knast.
Igor F. (23) wird in zwei Wochen Vater. Aber er muss in den Knast.  © LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

"Wir kamen zum Arbeiten nach Deutschland", sagte Igor, der mit Alexandr im Flixbus anreiste. Ein ominöser "Maxim" habe Baustellen-Jobs versprochen. Dann aber sei wochenlang nichts passiert. 

Stattdessen schlug "Maxim" vor, anderweitig Geld zu verdienen. "Wir sollten aus einer Zahnarztpraxis alles herausholen, außer Mobiliar", gestand Alexandr.

Weil die Cousins Schulden bei "Maxim" und mächtig Angst vor ihm hatten, führten sie den Auftrag aus. 

"Maxim" fuhr sie im Transporter zur Praxis nach Ottendorf-Okrilla, wo sie durch Fenster stiegen. Die Cousins rafften Inventar wie Bohrer, Dental-Spiegel, Zahnarztbesteck oder Spiegelreflexkamera in Reisetasche und Rucksack.

Zeugen riefen aber die Polizei. "Maxim" konnte unerkannt im Transporter türmen. Aber als Igor und Alexandr mit der Beute aus dem Haus kletterten, klickten Handschellen. 

Alexandr F. (29) wurde aus Geldnot kriminell.
Alexandr F. (29) wurde aus Geldnot kriminell.  © LausitzNews.de/Jens Kaczmarek
Die Beute: Jede Menge Zahnarztbesteck und Untensilien für die Praxis hatten die Einbrecher eingesackt.
Die Beute: Jede Menge Zahnarztbesteck und Untensilien für die Praxis hatten die Einbrecher eingesackt.  © LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

Richter Dirk Hertle verurteilte beide zu Haftstrafen. Zwar hätten sie die Drecksarbeit für "Maxim" gemacht, aber "es muss ein Signal nach Osteuropa gehen", dass auch die Handlanger hinter Gittern landen, so der Jurist. 

Titelfoto: LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0