ZDF-Silvesterkonzert fällt aus! Neuer Vertrag für Christian Thielemann in Bayreuth?

Dresden/Bayreuth - Der Jahresausklang ist für die Staatskapelle und ihren Chefdirigenten Christian Thielemann (61) ein anderer als gewohnt, denn das traditionelle Silvesterkonzert des ZDF aus der Semperoper fällt coronabedingt aus (TAG24 berichtete). Zu gleicher Zeit kommt Bewegung ins Rätselraten über Thielemanns Zukunft bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth.

Kapellmeister Christian Thielemann (61) mit der Dresdner Staatskapelle. Das diesjährige Silvesterkonzert ist abgesagt.
Kapellmeister Christian Thielemann (61) mit der Dresdner Staatskapelle. Das diesjährige Silvesterkonzert ist abgesagt.  © Matthias Creutziger

Ohne Publikum, nur als Fernsehaufzeichnung sollte das Silvesterkonzert aus der Semperoper stattfinden, das war Stand der Dinge, bevor auch diese coronabedingte Sparvariante abgesagt wurde.

Nach eingehender Gefährdungsbeurteilung im Sinne des Gesundheitsschutzes von Mitwirkenden sowie Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, so heißt es von Seiten des ZDF, "ist die Produktion im Rahmen der aktuell geltenden Corona-Schutz-Verordnung des Freistaats Sachsen nicht durchführbar".

Strengere Vorsichtsmaßnahmen als etwa in Wien kommen da zum Tragen, so scheint es, denn das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Riccardo Muti am 1. Januar wird nach Lage der Dinge wie geplant stattfinden.

Kapellmeister Thielemann hat mithin an Silvester frei, wie weit ins neue Jahr hinein. Bei der Staatskapelle ist er erst für die "Turandot"-Premiere bei den Salzburger Osterfestspielen am 27. März wieder gebucht.

Vorher, vom 25. bis 27. Februar, stehen drei Auftritte bei der Biennale der Berliner Philharmoniker an. Während Sachsen seine Staatstheater bis Ende Februar geschlossen hält, will man in Berlin vorher wieder aktiv sein, wenn auch der Vorverkauf für die Biennale noch nicht eröffnet ist.

Wie geht es für Chefdirigent Thielemann in Bayreuth weiter?

Klarheit bestehen könnte bald über die Zukunft Thielemanns in Bayreuth. Dort ist er neben seiner dirigentischen Tätigkeit seit 2015 auch als Musikdirektor tätig.

Der Vertrag läuft zum Jahresende aus. Über eine Verlängerung ist nichts bekannt, vielmehr wird seit Monaten über die Trennung spekuliert. Zuletzt tat das der Musikjournalist Axel Brüggemann.

Der Vertrag könnte "sang- und klanglos" auslaufen, auch deshalb, weil der Musikdirektor in der Vergangenheit viele seiner Kollegen "genervt" habe. Thielemanns Auseinandersetzungen mit Kirill Petrenko und Andris Nelsons, so Brüggemann, seien "legendär".

Die Festspiele indes, so wurde zuletzt deutlich, streben eine Trennung von Thielemann anscheinend nicht an. "Die Bayreuther Festspiele beabsichtigen, einen neuen Vertrag mit Christian Thielemann abzuschließen“, zitierte die Deutsche Presseagentur die Antwort aus Bayreuth auf eine diesbezügliche Anfrage.

Und weiter: "Die Aufgaben und der sich daraus ergebende Titel befinden sich noch in Klärung." Das klingt wie ein Treuebekenntnis, wenn es auch viele Fragen offen lässt. Zu schließen wäre aber wohl, dass es bei der künftigen Position wohl nicht mehr um die des Musikdirektors geht.

Allein Thielemann verharrt schweigend zu diesen Fragen. Im "Spiegel"-Interview kurz vor Weihnachten wurde das Thema Bayreuth ausgespart.

Auch eine Anfrage von TAG24 vom Montag blieb unbeantwortet. Währenddessen will Kulturstaatsministerin Monika Grütters (58, CDU) die Strukturen bei den Festspielen in Bayreuth auf ihre Tauglichkeit überprüfen lassen. Aber das ist ein anderes Thema.

Titelfoto: Matthias Creutziger

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0