Intensivbetten voll: Sächsische Klinik muss Triage anwenden

Zittau - Alle Kapazitäten ausgeschöpft: Als erste Klinik in Sachsen hat ein Zittauer Krankenhaus mitgeteilt, dass es nun die "Triage" anwenden muss. Was hat es mit dem Begriff auf sich?

Ein Krankenpfleger behandelt einen Corona-Patienten auf der Intensivstation einer Klinik.
Ein Krankenpfleger behandelt einen Corona-Patienten auf der Intensivstation einer Klinik.  © Kay Nietfeld/dpa

In den letzten Tagen war das Thema aufgrund der akut hohen Corona-Infektionszahlen bereits im Gespräch, doch nun hat ein ärztlicher Direktor erstmals öffentlich bestätigt, dass in seinem Krankenhaus triagiert werden muss.

Triage stammt von dem französischen Verb "trier" ab und kann mit "aussuchen" oder "sortieren" übersetzt werden.

Im Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau muss darüber entschieden werden, wer Sauerstoff bekommt und wer nicht. Dies teilte Dr. Mathias Mengel gegenüber t-online mit.

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"Wir sind im Epizentrum, manche Häuser nehmen gar nicht mehr auf", sagte der Direktor. Auch in ganz Westsachsen seien die Kliniken voll.

Die schwere Entscheidung werde kurzfristig von einem kleinen Team getroffen.

Patienten, für die keine Versorgung garantiert werden könne, würden in andere Krankenhäuser verlegt - mit dem Risiko, dass es für nicht verlegungsfähige Patienten keine rechtzeitige Hilfe mehr gäbe.

Eine vergleichbare Situation gab es in Deutschland lange nicht, weshalb es hierzulande auch kein Triage-Gesetz gibt. Ärzte sind daher in ihren Entscheidungen über Leben und Tod frei.

Ein Corona-Patient liegt auf einer Intensivstation im künstlichen Koma und wird beatmet.
Ein Corona-Patient liegt auf einer Intensivstation im künstlichen Koma und wird beatmet.  © Kay Nietfeld/dpa

Im Klinikum Oberlausitzer Bergland gibt es bereits seit dem 22. Oktober ein Besuchsverbot. Auch alle Kreißsaalführungen und alle öffentlichen Patientenveranstaltungen wurden bis auf Weiteres abgesagt. Ärzte und Krankenpfleger gelangen durch ihre Arbeit regelmäßig an ihre physischen und psychischen Grenzen.

Im Landkreis Görlitz, zu dem auch Zittau gehört, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 532 pro 100.000 Einwohner und damit weit über dem deutschen Durchschnitt von 180.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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