Zu viel Bürokratie? Immer mehr Hausärzte in Sachsen werden impfmüde

Dresden - Werden jetzt auch Sachsens Hausärzte impfmüde? Die Zahl der Praxen, welche wöchentlich die Zahl der vollzogenen Corona-Schutzimpfungen melden, hat sich laut Klaus Heckemann, dem Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, seit Anfang Juli halbiert. Dies sei auch ein bundesweiter Trend.

Bereits 1,6 Millionen Corona-Impfungen führten Sachsens Hausärzte durch. Derzeit herrscht aber Flaute. (Symbolbild)
Bereits 1,6 Millionen Corona-Impfungen führten Sachsens Hausärzte durch. Derzeit herrscht aber Flaute. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa

Anfang April erlebten die niedergelassenen Ärzte einen regelrechten Telefonterror. Hunderte Patienten wollten einen Impftermin ergattern, möglichst sofort.

Allerdings waren damals Impfdosen noch Mangelware, die Lage entspannte sich erst Mitte Juni.

Doch schon da hörte man von Hausärzten hinter vorgehaltener Hand, dass sich die Pikserei wegen der Bürokratie und der aufwendigen Dokumentation gar nicht lohne.

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Und ein Kölner Arzt rechnete vor, dass er mit den 20 Euro pro Impfung Verlust macht - erst bei 38 Euro fange die Gewinnzone an.

Sächsischer Arzt fordert Reduzierung der Bürokratie beim Impfen

Klaus Heckemann (64), Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen.
Klaus Heckemann (64), Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen.  © Eric Münch

"Es ist nicht so, dass sich die Ärzte aktiv aus der Impfkampagne zurückziehen", nimmt Klaus Heckemann seine sächsischen Kollegen in Schutz.

Er sieht den Einbruch eher in der Ferienzeit begründet - sowohl bei den Praxen, als auch bei den Impflingen. "Nach der Reisezeit gibt es auch wieder mehr Impfungen. Spätestens dann, wenn Auffrischungsimpfungen empfohlen werden."

Dafür fordert Heckemann von der Politik tatsächlich die Reduzierung der Bürokratie: "Es ist nicht nötig, bei der dritten Impfung erneut einen schriftlichen Aufklärungszirkus zu veranstalten."

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Sachsens niedergelassene Ärzte haben bisher 795.000 Erst- und 810.000 Zweitimpfungen vorgenommen.

Titelfoto: Eric Münch und picture alliance/dpa

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