Zu viele Sturmschäden: Gnadenfrist für Moritzburger Schweine verlängert

Moritzburg - Zumindest ein Wochenende haben die Wildschweine von Moritzburg noch: Am Freitag verkündete das Gesundheitsministerium das Todesurteil für die 19 Schweine im Wildgehege. Doch ausgerechnet die Sturmschäden geben den Tieren wohl noch ein paar Tage.

Diese Schweine müssen laut Gesundheitsministerium alle erschossen werden.
Diese Schweine müssen laut Gesundheitsministerium alle erschossen werden.  © Tino Plunert

Aus Sicht des Ministeriums ist die Lage wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aussichtslos.

"Die Wildschweine im Wildgehege sind so abzuschotten, dass ein Eintrag von ASP gänzlich auszuschließen ist", so Sprecherin Juliane Morgenroth (45). "Dies käme einer monatelangen Quarantäne gleich."

Eine Quälerei, die niemand den Tieren antun will.

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Auch das Verbringen in ein anderes Gatter war nicht möglich.

"Sollte sich tatsächlich ein Wildschwein des Geheges mit der tödlichen ASP infizieren, müsste eine Sperrzone III von mehreren Kilometern Radius rund um Moritzburg errichtet werden", so die Sprecherin.

Die Schweinehaltung käme dort zum Erliegen.

"Der Staatsbetrieb Sachsenforst folgt daher schweren Herzens der Notwendigkeit zum tierschutzgerechten Erlegen der Moritzburger Wildschweine."

Dort ist man allerdings bislang mit anderen Dingen beschäftigt: Sturm Hendrik hat einige Schäden hinterlassen, bis einschließlich Montag wird im Wald aufgeräumt.

Nach TAG24-Informationen soll bis dahin kein Schwein erschossen werden.

Gehege-Chef Ronald Ennersch (54) muss sich nun erst mal um die Sturmschäden kümmern.
Gehege-Chef Ronald Ennersch (54) muss sich nun erst mal um die Sturmschäden kümmern.  © Tino Plunert
Der Sturm hat auch im Wildgehege einige Schäden hinterlassen.
Der Sturm hat auch im Wildgehege einige Schäden hinterlassen.  © Tino Plunert

Auch wartet man im Gehege noch auf eine schriftliche Anordnung.

Titelfoto: Bildmontage: Tino Plunert (2)

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