Zuschüsse verdoppelt: Sachsen soll Beauftragten für Tierschutz bekommen

Dresden - Deutlich besserer Schutz für Hund, Katze, Maus: Bisher werden die Tierheime in Sachsen über die Kommunen finanziert.

Problem 1: Volle Tierheim-Zwinger durch "Lockdown-Hunde", die zum Trösten angeschafft und schnell wieder weggegeben wurden (im Bild: Regina Barthel-Marr vom Tierheim Freital).
Problem 1: Volle Tierheim-Zwinger durch "Lockdown-Hunde", die zum Trösten angeschafft und schnell wieder weggegeben wurden (im Bild: Regina Barthel-Marr vom Tierheim Freital).  © Ronald Bonss

Nun will sich der Freistaat anteilig an den Personalkosten beteiligen. Über einen entsprechenden Antrag wird am heutigen Donnerstag im Landtag entschieden.

Die Arbeit in den 54 sächsischen Tierheimen (Stand 2017) ruht zu einem erheblichen Teil auf den Schultern ehrenamtlicher Helfer. Viele Einrichtungen hängen am Tropf von Tierschutzorganisationen. Häufig sind die Kommunen zuständig.

Wie schon der sächsische Tierschutzbericht von 2012 vermerkt, ist die finanzielle Lage angespannt. "Sachsens Tierheime stehen vor neuen Herausforderungen und kämpfen zum Beispiel mit den Folgen des illegalen Hundewelpen-Handels", sagt die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Ines Kummer (58).

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Das sei Tierquälerei, die unterbunden werden müsse.


Grünen-Tierschutzbeauftragte Ines Kummer (58).
Grünen-Tierschutzbeauftragte Ines Kummer (58).  © Daniel Förster

Zuschüsse für Tierheime fast verdoppelt

Problem 2: spürbarer Anstieg des illegalen Welpenhandels in Sachsen.
Problem 2: spürbarer Anstieg des illegalen Welpenhandels in Sachsen.  © Bundespolizei

Einen Beitrag dazu leisten soll nicht nur die neu gegründete "Ermittlungsgruppe Welpen" der Polizeidirektion Dresden, sondern auch die bessere finanzielle Unterstützung der sächsischen Tierheime, die heute im Landtag zur Debatte steht.

Die Weichen dafür sind bereits gestellt: Im aktuellen Doppelhaushalt wurden die Zuschüsse für Tierheime von 350.000 auf 670.000 Euro jährlich erhöht – und der Antrag wird von allen drei Koalitionspartnern unterstützt.

Kommt er durch, was zu erwarten ist, soll zudem erstmals im Freistaat ein Landestierschutzbeauftragter eingesetzt werden.

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Er (oder sie) soll einen Runden Tisch organisieren, der die aktuellen Probleme – u.a. die Aufnahme herrenloser oder ausgesetzter Hunde und Katzen und die Versorgung von Exoten und Wildtieren – thematisiert.

Titelfoto: Ronald Bonss

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