Aus und vorbei: Muckibude in Limbach-Oberfrohna macht nach 20 Jahren dicht

Limbach-Oberfrohna - Nach mehr als 20 Jahren macht in Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) das Fitnessstudio in der Pestalozzistraße dicht.

Alles muss raus: Das Fitnessstudio in der Pestalozzistraße in Limbach-Oberfrohna startet den Räumungsverkauf. Der Lockdown zwang die Betreiberin in die Knie.
Alles muss raus: Das Fitnessstudio in der Pestalozzistraße in Limbach-Oberfrohna startet den Räumungsverkauf. Der Lockdown zwang die Betreiberin in die Knie.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wie Geschäftsführerin Annett Barth sagte, sieht sie keine Zukunftsperspektive für den Betrieb. Trotz vorgenommener Investitionen in Hygienekonzepte sei die Wiederaufnahme des Regelbetriebs derzeit nicht absehbar.

Sie rechne auch nicht damit, dass sich die Situation in diesem Jahr noch entspannt - deswegen habe sie nun einen Ausverkauf initiiert.

Ein Trend? Die Zahlen des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV) bestätigen dies zumindest zum Teil.

Die Zahl der Fitnessanlagen bundesweit sei zum 31. Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahr von 9669 um 1,4 Prozent auf 9538 zurückgegangen.

Dass derzeit noch nicht von einer Pleitewelle gesprochen werden könne, sei sicher auch auf die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zurückzuführen.

Barth beklagt "Perspektivlosigkeit" für Fitnessstudio-Branche

Nach mehr als 20 Jahren macht das Fitnessstudio in Limbach-Oberfrohna coronabedingt dicht.
Nach mehr als 20 Jahren macht das Fitnessstudio in Limbach-Oberfrohna coronabedingt dicht.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Besonders problematisch ist dem Verband zufolge der Verlust an Arbeitsplätzen. Zum Stichtag 31. Dezember war hier ein Rückgang um 18,6 Prozent zu verzeichnen. Erklärt wurde dies mit der besonderen Situation innerhalb der Branche, in der zahlreiche Honorarkräfte in freiberuflicher Tätigkeit arbeite, für die etwa Regelungen zum Kurzarbeitergeld nicht greifen.

Doch selbst wenn die Beschäftigten Anspruch auf Kurzarbeitergeld hätten, mache sich "Perspektivlosigkeit" breit, so Barth.

In Sachsen gab es nach Angaben einer Studie des DSSV zuletzt 361 Fitnessanlagen unterschiedlicher Größen. Damit stand je 11.280 Einwohner eine Anlage zur Verfügung. Im bundesweiten Schnitt waren es bei 9538 Anlagen pro Anlage 8719 Einwohner.

Sachsen hatte einen Anteil von 3,8 Prozent an allen Fitnessanlagen in Deutschland. Laut DSSV waren im Freistaat rund 380.000 Menschen Mitglied bei einem Fitnessanbieter. 2017 waren es noch 402.000, nachdem es 2016 erst 337.000 waren. Bundesweit ging die Zahl der Mitglieder in Fitnessstudios zuletzt von 11,66 Millionen auf 10,31 Millionen zurück.

Das traurige Ende des Fitnessstudios in Limbach-Oberfrohna mündet nun in einen Ausverkauf. "Alles, was da ist, muss raus", sagt Barth. Das reiche vom Gymnastikball über Hanteln und Laufbänder bis hin zur Sauna.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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