Chemnitzer Satirepartei feiert Mauerbau mit "Schlimm"-Sekt

Hohenstein-Ernstthal - 60 Jahre Mauerbau in Berlin - das heutige Jubiläum feierten Chemnitzer Kader der Satirepartei "Die Partei" am Donnerstag schon mal vor. Stilecht mit "Schlimm"-Sekt und Torte vor dem Mauerstück im Garten von Parteisoldat Peter Pust (52) im Hohensteiner Ortsteil Wüstenbrand.

60 Jahre Mauer - das Jubiläum feierte "Die Partei" vor einem Mauerteil mit "Schlimm"-Sekt. Verena Traubinger (29), Sebastian Cedel (24), Felix Sell (32), Paul Vogel (30), Peter Pust (52, v.l.).
60 Jahre Mauer - das Jubiläum feierte "Die Partei" vor einem Mauerteil mit "Schlimm"-Sekt. Verena Traubinger (29), Sebastian Cedel (24), Felix Sell (32), Paul Vogel (30), Peter Pust (52, v.l.).  © Maik Börner

Sebastian Cedel (24) gab die Parteilinie vor: "Es war bekanntlich nicht alles schlecht in der DDR. Die Mauer schützte uns vor schlechtem Kaffee, und Bananen mag ich auch nicht sonderlich gerne."

Cedel sagt: "Wenn der antifaschistische Schutzwall heute noch stünde, gäbe es im Osten keine AfD." Paul Vogel (30) präsentierte das Einheitssymbol Banane im Dederon-Einkaufsnetz aus der DDR. Felix Sell (32) lobte dieses einst unerlässliche Accessoire: "Da konnte die Stasi sehen, was wir einkaufen. Die DDR war teilweise eine offene Gesellschaft."

Doch der Mauerfall habe auch seine guten Seiten. Seitdem lernten die Wessis die guten Produkte der DDR kennen - Nudossi, Fit oder Spee. Eine schleichende Übernahme durch die Hintertür.

Das Symbol der Einheit auf einem Mauerstück: Paul Vogel (30) präsentiert eine Banane (West) im Dederon-Einkaufsnetz (Ost).
Das Symbol der Einheit auf einem Mauerstück: Paul Vogel (30) präsentiert eine Banane (West) im Dederon-Einkaufsnetz (Ost).  © Maik Börner

Unter dem Jubel der "Partei" mit Konfetti und Tröten warf Verena Traubinger zum Abschluss eine Torte gegen die Mauer: "Wir taufen dieses Mauerteil auf den Namen Biedenkopf. Er hat Sachsen vom Faschismus befreit."

Titelfoto: Maik Börner

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