Feuerwehren im Dauereinsatz: Heftige Regengüsse setzen Keller unter Wasser, Bäche treten über Ufer

Lichtenstein/Zwickau - Heftige Regengüsse und Starkregen haben in einigen Regionen Sachsens für erste Überflutungen und vollgelaufene Keller gesorgt.

In Lichtenstein mussten nach heftigen Regenfällen Keller ausgepumpt werden. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.
In Lichtenstein mussten nach heftigen Regenfällen Keller ausgepumpt werden. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.  © B&S

In den vergangenen Tagen waren immer wieder schwere Gewitter über Sachsen gezogen und hatten teilweise ergiebigen Regen mitgebracht. Auch am Freitag gab es immer wieder starke Regengüsse. Die Böden sind inzwischen vollgesogen und können kaum noch Wasser aufnehmen.

Besonders betroffen waren bisher der Landkreis Zwickau und die Region rund um Lichtenstein. In der Bachgasse trat der Dorfbach über die Ufer. Die Anwohner versuchten ihre Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz und rief eine Sonderlage aus, als sie fast zeitgleich zu zehn Einsatzstellen gerufen wurde.

Ein Wohnblock in der Schulstraße wurde besonders heftig getroffen, zahlreiche Keller mussten ausgepumpt werden.

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Anwohner berichteten: "Es setzte ganz starker Regen ein. Die Schleusen haben es nicht mehr geschafft. Es hat durch die hintere Tür das ganze Wasser in die Keller gedrückt. Uns blieb nichts anderes übrig als bisschen Selbsthilfe und die Feuerwehr zu rufen."

Nach starken Regengüssen bahnen sich die Wassermassen ihren Weg. Im Landkreis Zwickau liefen zahlreiche Keller voll.
Nach starken Regengüssen bahnen sich die Wassermassen ihren Weg. Im Landkreis Zwickau liefen zahlreiche Keller voll.  © B&S

Es sind weitere Niederschläge angekündigt

In Berthelsdorf ist plötzlich ein See statt einer Wiese.
In Berthelsdorf ist plötzlich ein See statt einer Wiese.  © B&S

"Der Hof stand voller Wasser. Wir haben schnell die Sandsäcke herausgeholt. Das kommt so schnell, so schnell kann man nicht rennen", so Anwohnerin Birgit Müller.

Im Zeisigweg in Zwickau mussten ebenfalls Keller ausgepumpt werden und am Freibad Crossen, das vor einem Monat von einer Schlammlawine getroffen wurde, wurden Sandsäcke gestapelt.

In Mülsen St. Micheln und in Mülsen St. Jacob standen Keller und Garagen unter Wasser. In Berthelsdorf wurde eine Schafherde von Wassermassen eingeschlossen.

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Auch im Vogtland hat Starkregen für unzählige Einsätze der Feuerwehr gesorgt. In Plauen mussten etliche Keller ausgepumpt werden. Allein in der Vogtlandmetropole waren am Freitag zwischen 25 und 50 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gefallen, punktuell sogar 76 Liter.

"Das ist schon in der kurzen Zeit sehr viel. Im gesamten Monat Juni waren es in dem Gebiet 65 Liter pro Quadratmeter", sagte Meteorologe Florian Engelmann. Bis zum Freitagabend können noch einmal bis zu zehn Liter dazu kommen.

Aktuell ist die Lage an den großen Flüssen in Sachsen noch entspannt. Laut Landeshochwasserzentrale in Neukirchen an der Pleiße sowie an der Weißen Elster in Straßberg und Magwitz wurde die Alarmstufe 1 ausgerufen.

Für die nächsten Tage sind allerdings weitere Niederschläge angekündigt. Nur am Samstag soll es weitestgehend trocken bleiben.

Titelfoto: B&S

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