Flüchtlingswelle als Tatmotiv: Pyro-Anschlag auf Zwickauer Gebetsraum und Döner-Imbiss

Zwickau - Zwei Männer (25, 30) haben 2017 mehrere Anschläge auf einen Gebetsraum sowie einen Döner-Imbiss in Zwickau verübt. Bis auf zersplitterte Fenster gab es zum Glück keine größeren Schäden. Die Taten hatten einen rechten Hintergrund. Jetzt wurde den Tätern der Prozess gemacht.

Johannes P. (l.) und Lucas H. (r.) waren am gestrigen Mittwoch am Amtsgericht Zwickau geständig.
Johannes P. (l.) und Lucas H. (r.) waren am gestrigen Mittwoch am Amtsgericht Zwickau geständig.  © Maik Börner

"Damals hat mir das mit den Flüchtlingen nicht gepasst. Heute habe ich eine andere Gesinnung. Wir sind stark alkoholisiert durch die Straßen gezogen. Das war ein großer Fehler", sagte Johannes P. (30). 

Die nächtlichen Anschläge auf den muslimischen Gebetsraum in der Werdauer Straße und den Döner-Imbiss in der Crimmitschauer Straße im Mai und Oktober 2017 habe man aber gezielt geplant. 

Damals ermittelte das Operative Abwehrzentrum in Leipzig. Komplize Lucas H. (25), auch Zwickauer, räumte ebenfalls fremdenfeindliche Motive ein. 

Heute seien ausländische Arbeitskollegen gute Freunde, beteuert er.

Geständnisse und Reue: Richter straft mild ab

Dönerimbiss-Inhaber Erdal T. (34) vor seiner zersplitterten Eingangstür.
Dönerimbiss-Inhaber Erdal T. (34) vor seiner zersplitterten Eingangstür.  © Sven Gleisberg

Angeklagt waren insgesamt sieben Taten als Sachbeschädigung, in allen Fällen mit nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern aus Tschechien. Gesamtschaden: mehrere Tausend Euro. 

Die Täter hatten die Böller zusätzlich mit Schrauben präpariert. Weitere Zielobjekte (unter anderem eine Immobilienfirma) seien Zufall gewesen.

"Die Gefahr hat bestanden, Menschen zu verletzen", sagte Richter Stephan Zantke (59).

Eine der Pyro-Attacken galt dem Gebetsraum im Haus der Weisheit e. V. in der Werdauer Straße.
Eine der Pyro-Attacken galt dem Gebetsraum im Haus der Weisheit e. V. in der Werdauer Straße.

Aufgrund der Geständnisse und der Reue ließ er Milde walten: Johannes P. kassierte elf Monate Haft, ausgesetzt zu zweieinhalb Jahren Bewährung. Lucas H. erhielt aufgrund von Vorstrafen ein Jahr und fünf Monate Haft mit gleicher Bewährungszeit.

Titelfoto: Montage: Sven Gleisberg, Maik Börner

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