Für sein letztes Projekt setzte Christo auf Sachsen: Werdauer Garn verhüllte den Arc de Triomphe

Werdau/Paris - Der Pariser Triumphbogen war für 16 Tage verhüllt - das letzte Projekt des verstorbenen Künstlers Christo. Weniger bekannt: Das Garn zum Verhüllen wurde von einer Firma aus dem sächsischen Werdau bereitgestellt.

Christos letztes Kunstwerk: Vom 18. September bis 3. Oktober war der Pariser Triumphbogen verhüllt.
Christos letztes Kunstwerk: Vom 18. September bis 3. Oktober war der Pariser Triumphbogen verhüllt.  © Gao Jing

Der im Mai vergangenen Jahres verstorbene Künstler Christo (†84) ist weltbekannt. Das letzte Projekt - an dem er fast 60 Jahre gearbeitet hatte - war die Verhüllung des Pariser Triumphbogens.

Die Firma SAXA-SYNTAPE aus Werdau (im Landkreis Zwickau) stellte das Garn für das 14 Millionen Euro teure Projekt her. SAXA-SYNTAPE produziert seit 1993 Bändchen und Garne für Seile sowie Gurte für die Draht- und Kabelindustrie.

"Für das Projekt haben wir 12.000 Kilometer langes Garn hergestellt. Die Produktionszeit war mit drei Wochen relativ kurz. Allerdings hat die Entwicklungszeit des Garns ein knappes Jahr gedauert, weil der Stoff des Garns einen hohen Flammschutz erfordert", betont Geschäftsführer Michael Weymann (59).

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"Die Art der Garne, die dort eingesetzt wurden, werden nur noch von ganz wenigen Firmen in Europa hergestellt", so Weymann.

Techniker arbeiten an der Entfernung des 25.000 Quadratmeter großen Stoffes.
Techniker arbeiten an der Entfernung des 25.000 Quadratmeter großen Stoffes.  © Francois Mori
Sie ziehen bei SAXA-SYNTAPE die Fäden: Die Geschäftsführer Michael Weymann (59, l.) und Helmut Starlinger (41).
Sie ziehen bei SAXA-SYNTAPE die Fäden: Die Geschäftsführer Michael Weymann (59, l.) und Helmut Starlinger (41).  © André Kleber

Die insgesamt 2000 Garnrollen wurden an andere deutsche Firmen geliefert, die das Garn zu 25.000 Quadratmeter Stoff verwebten. Anschließend wurde der Stoff mit pulverisiertem Aluminium besprüht, was dem Monumentalwerk die silbrig-blaue Farbe verlieh.

Titelfoto: Gao Jing

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