Gedenktafel für Neonazi-Opfer schon wieder zertrümmert

Hohenstein-Ernstthal - Kaum wurde die Tafel nach einem feigen Anschlag erneuert - da wird das Gedenken an Patrick Thürmer (†17) erneut mit Füßen getreten: Unbekannte schlugen das Mahnmal des 1999 von Neonazis Getöteten in Hohenstein-Ernstthal wieder kaputt!

Die Freude über die neue Gedenktafel hielt bei Oberbürgermeister Lars Kluge (44, CDU, l.) und Spendensammler Udo Friedrich (51) nicht lange an. Bereits am Wochenende wurde das Mahnmal - erneut - zerstört.
Die Freude über die neue Gedenktafel hielt bei Oberbürgermeister Lars Kluge (44, CDU, l.) und Spendensammler Udo Friedrich (51) nicht lange an. Bereits am Wochenende wurde das Mahnmal - erneut - zerstört.  © Andreas Kretschel

Die Steintafel war erst im Oktober durch Spendengelder erneuert worden, nachdem sie (kurz nach dem Todestag von Thürmer) schon einmal zerstört wurde.

Nun beginnt das Sammeln für Udo Friedrich (51), der schon im Oktober Gelder für den Ersatz beschaffte, von vorne: "Ich bin wütend und traurig. In welchen Zeiten leben wir, in denen Menschen nicht einmal vor einer Gedenkplatte haltmachen?"

Trotz Fassungslosigkeit bleibt Friedrich nicht untätig. Innerhalb eines Tages habe er den Großteil des Geldes für eine neue Gedenktafel beschaffen können.

Impfpflicht im Gesundheitswesen: Freie Wähler fordern Notfallplan
Zwickau Impfpflicht im Gesundheitswesen: Freie Wähler fordern Notfallplan

Auch Oberbürgermeister Lars Kluge (44, CDU) habe erneut seine Unterstützung zugesagt. Diesmal soll, so Friedrich, die Gedenktafel vandalismussicher sein.

Bereits im Oktober, kurz nach dem Todestag Thürmers, wurde die Tafel von Unbekannten zerstört.
Bereits im Oktober, kurz nach dem Todestag Thürmers, wurde die Tafel von Unbekannten zerstört.  © Andreas Kretschel
Der Oelsnitzer Punker Patrick Thürmer (†17) wurde am 2. Oktober 1999 brutal überfallen, mit Billardqueue und Axtstiel totgeschlagen.
Der Oelsnitzer Punker Patrick Thürmer (†17) wurde am 2. Oktober 1999 brutal überfallen, mit Billardqueue und Axtstiel totgeschlagen.  © Andreas Kretschel

"Es wird keine Stein-, sondern eine stabile Metallplatte sein. Diese wollen wir ins Mauerwerk einlassen - mit einer tiefen Gravur", so Kluge.

Titelfoto: Andreas Kretschel

Mehr zum Thema Zwickau: