"Haribo muss im Osten bleiben!" 600 Menschen demonstrieren gegen geplante Schließung

Zwickau - Rund 600 Menschen demonstrierten am Samstag in Zwickau gegen die geplante Schließung des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau. Dabei sandten die Demonstranten eine klare Botschaft an die Unternehmenszentrale in Grafschaft bei Bonn: "HARIBO muss im Osten bleiben!"

Hunderte Menschen versammelten sich am Samstag in Zwickau, protestierten gegen die geplante Schließung des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau.
Hunderte Menschen versammelten sich am Samstag in Zwickau, protestierten gegen die geplante Schließung des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau.  © Ralph Koehler/Propicture

"HARIBO stand für Familie. Jetzt kommt die Gier", steht auf einem Schild einer Demonstrantin. Hunderte Menschen sind enttäuscht - enttäuscht über die plötzlichen Schließungspläne des Süßwarenherstellers.

"Wir nehmen diese Entscheidung nicht hin", sagte Gewerkschafts-Chef Uwe Ledwig am Samstag in Zwickau: "Das Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau muss erhalten bleiben!" Gleichzeitig forderte Ledwig den Haribo-Chef auf, soziale Verantwortung zu übernehmen und das "unwürdige Treiben" zu beenden.

Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) war vor Ort, sprach von einem miesen Weihnachtsgeschenk und forderte Haribo auf, seine Entscheidung zu überdenken.

Die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (59, Linke) kritisierte bei einer Rede, dass das Unternehmen am Standort Gewinne und Fördermittel abgeschöpft habe.

Man dürfe das Werk nun nicht so einfach schließen, so Zimmermann.

Sachsen Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) sprach von einem miesen Weihnachtsgeschenk.
Sachsen Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) sprach von einem miesen Weihnachtsgeschenk.  © Ralph Koehler/Propicture

Haribo bleibt hart: Schließung zum Jahresende weiterhin geplant!

Nach 30 Jahren soll Schluss sein - die Mitarbeiter können und wollen es nicht glauben! Doch Haribo bleibt hart und hält an der geplanten Schließung fest.
Nach 30 Jahren soll Schluss sein - die Mitarbeiter können und wollen es nicht glauben! Doch Haribo bleibt hart und hält an der geplanten Schließung fest.  © Tino Plunert

Doch trotz der Proteste - Haribo bleibt hart! Die Schließung sei nötig, weil das Werk nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur erfülle, so eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Vor allem die Bausubstanz des Werkes sei ein Problem. Neue Maschinen würden die Traglast des Gebäudes überschreiten. Darum soll das Werk bis Jahresende geschlossen werden.

Von der Schließung betroffen sind 150 Mitarbeiter. Erste Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und dem Betriebsrat blieben ohne Ergebnis. Weitere Gespräche stehen Ende November an.

Das Werk ist der einzige Standort von Haribo in Ostdeutschland. Hier wurde bereits zu DDR-Zeiten für Haribo produziert.

Titelfoto: Ralph Koehler/Propicture

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