Künstler bitten um Spenden! Diesem Theater droht das Aus

Lichtenstein - Die Poesie des Helmnot-Theaters verzauberte schon Hunderttausende: Ob Expo, Fußball-EM oder Kultur-Festivals - meterhohe, von Stelzenläufern bewegte Figuren, fahrende Fantasieobjekte und Märchenwelten der Lichtensteiner Ausnahmekünstler begeistern seit 25 Jahren das Publikum. Jetzt droht Theater-Gründer Dirk Grünig (53) und seiner Truppe das Aus.

Die fantasievollen Stelzenfiguren machten das Helmnot-Theater weltweit berühmt.
Die fantasievollen Stelzenfiguren machten das Helmnot-Theater weltweit berühmt.  © Imago

Nach Veranstaltungs-Absagen bis Ende des Jahres ist der private Theaterbetrieb, der vor der Corona-Krise ohne öffentliche Finanzierung auskam, dringend auf Hilfe angewiesen: "Leider hatten wir bisher keinen Erfolg bei der Suche nach Unterstützung. Die Stadt Lichtenstein sagte ab, der Landkreis Zwickau, ebenso drei Kulturstiftungen", so Grünig. 

Ein Soforthilfe-Darlehen der Sächsischen Aufbaubank über 50.000 Euro sollte der Rettungsanker sein. "Doch vorigen Freitag wurde die Bewilligung für den Kredit überraschend zurückgezogen, weil wir keine Firma sind."

Schweren Herzens entschlossen sich die Helmnot-Künstler, um Spenden zu bitten: "Dieser Schritt kratzt an unserer Würde." Bisher sind mehr als 17.000 Euro eingegangen. 

"Dafür sind wir dankbar. Aber wir wollen nicht betteln, lieber wären uns Projekte. Kommunen, die jetzt Veranstaltungen absagen, könnten das Geld für die Entwicklung neuer Konzepte für nächstes Jahr verwenden."

Im Tonstudio bereiten Techniker Enrico Frenzel (42, l.) und Erik Ludwig (32) eine Hörbuchproduktion der "Funkelstadt" vor.
Im Tonstudio bereiten Techniker Enrico Frenzel (42, l.) und Erik Ludwig (32) eine Hörbuchproduktion der "Funkelstadt" vor.  © Kristin Schmidt
Das Helmnot-Theater hat in Lichtenstein seinen Sitz. Hilfe von der Stadt gibt es nicht.
Das Helmnot-Theater hat in Lichtenstein seinen Sitz. Hilfe von der Stadt gibt es nicht.  © Kristin Schmidt
Theater-Chef Dirk Grünig (53) kämpft um die Existenz seiner Truppe.
Theater-Chef Dirk Grünig (53) kämpft um die Existenz seiner Truppe.  © Steffen Füssel

Kulturministerin Barbara Klepsch (54, CDU) hörte den Hilferuf und rief im Helmnot-Theater an. Grünig nutzte die Gelegenheit, um die Nöte der gesamten freien Kulturszene anzusprechen: "Sie will das Problem in den Landtag einbringen. Wir hoffen sehr darauf, denn sonst bricht bald ein großer Teil der kulturellen Identität Sachsens weg."

Wer dem Helmnot-Theater helfen will, findet Infos unter: www.helmnot.com

Titelfoto: Kristin Schmidt

Mehr zum Thema Zwickau:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0