In Zwickau hat die Jugend ein Wörtchen mitzureden

Zwickau - Stadtrat und Ausschüsse sind nur was für Erwachsene? Von wegen! Seit zwei Jahren mischt in Zwickau ein Jugendbeirat in der Lokalpolitik mit.

Sven Richter (21, r.) vom Zwickauer Jugendbeirat erklärte im Gespräch mit Redakteur Stefan Graf (30), warum kommunale Jugendbeteiligung so wichtig ist.
Sven Richter (21, r.) vom Zwickauer Jugendbeirat erklärte im Gespräch mit Redakteur Stefan Graf (30), warum kommunale Jugendbeteiligung so wichtig ist.  © Ralph Kunz

Die Mitglieder bringen eigene Ideen ein und können den Beirat durchaus als Sprungbrett für eine politische Karriere nutzen.

Das Gremium besteht seit 2019 und derzeit aus zehn Mitgliedern, darunter zwei Stadträte. Sven Richter (21), der aktuelle Vorsitzende, ist von Anfang an dabei.

"Wir mussten uns erst mal Gehör verschaffen und zeigen, dass es uns gibt. Mittlerweile haben wir schon viele Ideen mit eingebracht."

Der Jugendbeirat hat in Stadtrat und Ausschüssen Rederecht und darf Anträge stellen. Vor Kurzem hatte der Beirat einen Prüfauftrag zum Einsatz von Streusalz-Alternativen beim Winterdienst eingebracht. Der wurde erst einmal zurückverwiesen.

"Es klingt oft viel einfacher, als es ist. In den Gesprächen mit dem Tiefbauamt wurde zum Beispiel klar, dass ein Streufahrzeug nur 30 Kilometer Reichweite hat." Stark macht sich der Beirat auch für öffentliche Bolzplätze oder legale Graffiti-Flächen.

Großes Plus sei die Erfahrung, die die Jugendlichen sammeln, so Richter. "Es ist ein großer Lernprozess, aber eine genauso große Chance, junge Leute für Politik zu begeistern."

Für die Zukunft wünscht sich Sven Richter einen Bürgerhaushalt für Jugendliche. "So könnten wir unbürokratischer eigene Ideen verwirklichen."Noch bis 18. Mai können Jugendliche zwischen 14 und 24 mit Wohnsitz in Zwickau den neuen Jugendbeirat per Briefwahl wählen.

Titelfoto: Ralph Kunz

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