Keine Baugenehmigung! Dieser Buddha muss wieder weg

Mülsen - Ein prächtiger Buddha grüßt seit einigen Wochen die Autofahrer an der B173. Ein Altar lädt zur kurzen Andacht ein. Doch so schneeweiß die Statue des Religionsstifters auch strahlt - sie ist ein Schwarzbau. Das tonnenschwere Monument muss wieder entfernt werden, heißt es aus dem Landratsamt.

Gar machtvoll grüßt der Erleuchtete die Autofahrer - ohnmächtig hingegen ist er gegen kleinbürgerliche Bauvorschriften.
Gar machtvoll grüßt der Erleuchtete die Autofahrer - ohnmächtig hingegen ist er gegen kleinbürgerliche Bauvorschriften.  © Kristin Schmidt

Vor zwei Jahren kaufte eine buddhistische Religionsgemeinschaft aus Zwickau den ehemaligen Landgasthof Lippoldsruh. Hier soll ein Tempel und ein Treffpunkt für vietnamesische Mitbürger entstehen. Und für die Statue beantragte man auch eine Baugenehmigung.

Doch bevor die Behörden überhaupt reagierten, wurde der Buddha bereits auf den Sockel gehoben. Auch wenn sich viele Mülsener über die etwa fünf Meter hohe Attraktion freuen, mussten die Buddhisten den Bauantrag zurückziehen.

Ilona Schilk vom Landratsamt Zwickau: "Die Buddha-Statue wird wieder entfernt, das Verfahren eingestellt."

Das Problem: Die Fläche um Lippoldsruh ist als ein Mischgebiet neben einem Gewerbegebiet ausgewiesen - und da gibt es eigene Regeln. Ilona Schilk: "Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke sind als unzulässig ausgeschlossen."

Wie die Religionsgemeinschaft das Grundstück überhaupt nutzen kann, wird in einem Krisengespräch in der kommenden Woche erörtert.

An städtebaulichen Gründen scheiterte 2006 auch ein Riesen-Buddha in Taucha - dort sollte mit 15 Metern Höhe Europas größter Buddha auf einen 24 Meter hohen Turm gesetzt werden.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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