Kuriose Idee: Gewandhaus-Dielen werden zu Schlüsselhaltern

Zwickau/Plauen - Bretter, die die Welt bedeuten, haben das Zeug zur Wiedergeburt: So beginnt für den alten Bühnenboden des Zwickauer Gewandhauses, der vor zwei Jahren erneuert wurde, ein neues Dasein als Schlüsselhalter. Der Erlös soll den Theaterleuten im Lockdown helfen.

Carolin Eschenbrenner vom Theater Plauen-Zwickau zeigt ein Schlüsselbrett, das aus dem Bühnenboden gefertigt wurde.
Carolin Eschenbrenner vom Theater Plauen-Zwickau zeigt ein Schlüsselbrett, das aus dem Bühnenboden gefertigt wurde.  © Pastierovic

Die Idee dazu hatte Robert Babutzka (39), der in seiner Schreinerei im bayerischen Vogtland die alten Douglasien-Dielen der Zwickauer Bühne zu Möbeln verarbeitet: "Ich habe als gelernter Tontechniker einige Jahre am Theater gearbeitet und weiß, wie schwer die Situation gerade ist." Die Schlüsselbretter tragen die Patina vieler Aufführungen. Je 10 Euro kommen den Theatern Plauen-Zwickau zugute.

Theater-Sprecherin Carolin Eschenbrenner: "Eigentlich wollten wir die Bretter zur Eröffnung des Gewandhauses im Oktober verkaufen. Jetzt können wir erst Ende Dezember wieder einziehen."

Die Proben laufen trotz Veranstaltungsverbot und erneuter Bauverzögerung weiter: "Wir hoffen, dass wir am 1. Dezember mit der Premiere des Weihnachtsmärchens 'Nachtigall Tausendtriller' im Vogtlandtheater wieder starten können." In Zwickau soll ab 12. Dezember "Rumpelstilzchen" im Ballhaus Neue Welt laufen.

Auch Robert Babutzka drückt die Daumen: "Ich sorge mich um die Zukunft kleinerer Theater und darum, dass sie als sozialkritische Einrichtungen, deren Beitrag gerade jetzt gebraucht würde, durch Schließung mundtot gemacht werden."

Die Schlüsselbretter kosten 25 Euro. Bestellungen per E-Mail an: info@edictum-mobiliar.de

Titelfoto: Pastierovic

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