Nach Unwetter in Westsachsen: Feuerwehr rettet Ehepaar aus versunkenem Auto

Zwickau/Glauchau - Katastrophenstimmung in Westsachsen: Ein Unwetter setzte am Sonnabend den Landkreis Zwickau und das angrenzende Erzgebirge unter Wasser. Geflutete Keller, reißende Ströme in den Dorfstraßen und Autofahrer in Lebensgefahr - die Feuerwehren waren mit bis zu 1000 Helfern im Dauereinsatz.

Unterwasserfahrt: Die Feuerwehr musste in Glauchau-Höckendorf ein älteres Paar aus diesem Auto retten.
Unterwasserfahrt: Die Feuerwehr musste in Glauchau-Höckendorf ein älteres Paar aus diesem Auto retten.  © Andreas Kretschel

Bei Kirchberg fielen in nur einer Stunde mehr als 80 Liter Wasser pro Quadratmeter. Stark betroffen waren auch die Regionen Zwickau, Glauchau/Meerane, Eibenstock und Schneeberg.

Zu dramatischen Szenen kam es im Glauchauer Ortsteil Höckendorf. Die Fluten bildeten unter der Autobahn einen richtigen See. Ein älteres Paar fuhr trotzdem hinein, ging unter. Feuerwehr-Einsatzleiter René Michehl (56): "Die Insassen konnten sich nicht mehr aus dem Fahrzeug befreien. Unsere Leute wateten bis zur Hüfte im Wasser zum Auto."

Lebensgefährlich waren viele geflutete Keller, weil elektrische Anlagen unter Wasser standen. Schlimmer als das Wasser waren für viele Bewohner die Schlammlawinen, die sich durch Gärten, Häuser und Straßen wälzten.

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In Schneeberg schlug ein Blitz ins Hotel Keilberg ein. In Raschau-Markersbach errichteten Helfer und Anwohner einen Wall aus Sandsäcken. Im Schneeberger Ortsteil Lindenau schossen die Fluten durch die Dorfstraße.

Schwer betroffen waren Langenweißbach und Mülsen. In Zwickau zerstörte der Starkregen das Dach des Robert-Schumann-Hauses, beschädigte Lichthof, Emporengalerie, Garderobe. Stadtsprecher Mathias Merz (51): "Das Archiv kam nicht zu Schaden."

Titelfoto: Andreas Kretschel

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