Politiker-Mutter soll Polizeipräsident unter Druck gesetzt haben! Neuer Prozess im Fall Pecher

Zwickau - Wieder einmal muss sich Waltraud Pecher (75) vor Gericht verantworten. Im Berufungsprozess am Landgericht Zwickau geht es um versuchte Nötigung. 

Weil sie das Gericht nicht anerkennt, setzte sich Waltraud Pecher (75) in den Zuschauerbereich.
Weil sie das Gericht nicht anerkennt, setzte sich Waltraud Pecher (75) in den Zuschauerbereich.  © Uwe Meinhold

Mit einer Art Unterlassungsschreiben soll die Mutter des Politikers Mario Pecher (57, SPD) die Direktorin des Amtsgerichts Zwickau sowie den damaligen Polizeipräsidenten unter Druck gesetzt haben.

Anlass war die Zwangsräumung ihrer Gaststätte "Zum Sternblick" im Jahr 2017. Ihr eigener Sohn, Mario Pecher, hatte sie als Besitzerin aus dem Lokal geklagt. Die Räumung ging mit großem Polizeieinsatz über die Bühne (TAG24 berichtete). 

Waltraud Pecher soll sich gewehrt und einem Beamten in den Bauch getreten haben. Obwohl sie keinen Zutritt mehr hatte, kehrte die Angeklagte danach in die Gaststätte zurück (Hausfriedensbruch). Nach eigenen Aussagen wollte sie einen Nachtstuhl für ihren pflegebedürftigen Mann aus dem Objekt holen.

Um die Zwangsräumung im Vorfeld zu verhindern, versandte sie ein Einschreiben an die Direktorin des Amtsgerichts Zwickau, Eva-Maria Ast, sowie den damaligen Zwickauer Polizeipräsidenten Conny Stiehl. 

"In diesem kruden Schreiben forderte sie 4000 Euro, 450 Reichsmark oder fünf Feinunzen Gold und versuchte eine Unterlassungserklärung zu erwirken", so ein Gerichtssprecher. 

Nach Klage ihres Sohnes Mario Pecher (57, SPD) wurde die Gaststätte "Zum Sternblick" 2017 zwangsgeräumt. Foto: Heiko Richter
Nach Klage ihres Sohnes Mario Pecher (57, SPD) wurde die Gaststätte "Zum Sternblick" 2017 zwangsgeräumt. Foto: Heiko Richter  © Heiko Richter

Das Amtsgericht Zwickau verdonnerte Pecher zu 800 Euro Geldstrafe. Urteil vom Landgericht folgt.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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