Sprengstoff-Laster umgekippt: War der Fahrer zu schnell?

Gersdorf - Der Unfall des Sprengstofflasters auf der B180 bei Gersdorf hat vermutlich Folgen für den Fahrer (45): Nach ersten Erkenntnissen der Verkehrspolizei fuhr der Mann am Dienstag mit 4,6 Tonnen Sprengstoff im Gepäck zu schnell in eine Kurve, kippte deshalb um.

4,6 Tonnen Sprengstoff und Zünder hatte der bei Gersdorf verunglückte Laster geladen. Explosionsgefahr habe nicht bestanden, sagt die betroffene Firma.
4,6 Tonnen Sprengstoff und Zünder hatte der bei Gersdorf verunglückte Laster geladen. Explosionsgefahr habe nicht bestanden, sagt die betroffene Firma.  © Andreas Kretschel

Nach dem Unfall zwischen Lugau und Oberlungwitz evakuierten Feuerwehr und Polizei 142 Anwohner aus der Umgebung, bevor ein Kran den Laster wieder auf die Räder stellte.

Eine im Nachhinein sehr "vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme", sagt Thomas Bornheim (51), Geschäftsführer des betroffenen Sprengstoff-Lieferanten SSE aus Troisdorf: "Weil die Ladungssicherung korrekt umgesetzt worden war, bestand trotz des Unfalls keine Explosionsgefahr."

Die Sprengstoffe dagegen hatten es in sich. Es handelte sich um "sensible Industriesprengstoffe" in Patronen, gedacht für die explosive Arbeit in Steinbrüchen. Ebenfalls geladen waren die Zünder. "Da ist Vorsicht geboten", weiß Thomas Bornheim. "Aber die Fahrzeuge an sich sind speziell geschützt, ebenso die Verladung gegen ein Verrutschen. Wie sich nach dem Umkippen des Lasters zeigte, hatten alle Sicherungen funktioniert."

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Die 4,6 Tonnen Ladung kamen aus Niederwürschnitz, wo SSE seit 2013 ein Lager für Sprengstoffe betreibt. Es versorgt Kunden in Sachsen und Thüringen.

Sprengstofftransporte sind laut Thomas Bornheim generell und überall erlaubt, allerdings müssten sie vorher jeder durchzufahrenden Kommune gemeldet werden. Die Fahrer seien speziell geschult. Die Firma SSE warte jetzt auf den offiziellen Unfallbericht der Polizei.

Titelfoto: Andreas Kretschel

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