"Unsinnige Verwaltungs-Struktur": Limbacher OB Vogel kritisiert Corona-Krisenmanagement

Limbach-Oberfrohna - Oberbürgermeister Jesko Vogel (46, Freie Wähler) sieht klare Gründe für die hochbleibenden Corona-Zahlen. Im Zentrum seiner Kritik steht der Landkreis Zwickau: Kontaktpersonen erhielten keine Benachrichtigungen, die Bürger seien nicht gut informiert, die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Landkreis mangelhaft.

Jesko Vogel (46, Freie Wähler), Oberbürgermeister von Limbach-Oberfrohna, ist unzufrieden mit dem Krisenmanagement im Landkreis Zwickau.
Jesko Vogel (46, Freie Wähler), Oberbürgermeister von Limbach-Oberfrohna, ist unzufrieden mit dem Krisenmanagement im Landkreis Zwickau.  © Andreas Seidel

"Ich bin fest überzeugt, dass die unsinnige Verwaltungsstruktur erheblichen Einfluss auf die Inzidenzentwicklung hat", erklärte Limbachs OB Vogel auf Facebook.

Seit der Kreisgebietsreform 2008 seien die Landkreise zu groß. Kleine Gemeinden bekämen von Behörden wie Gesundheits- und Ordnungsamt zu wenig Unterstützung.

Vom Landkreis Zwickau wünscht sich Vogel eine engere Zusammenarbeit mit den Gemeinden und bessere Kommunikation: "Die Bürger wissen hier gar nicht, wie die Rechtslage ist."

Außerdem sieht er ein Problem bei der Kontaktnachverfolgung: "Die Kontaktpersonen eines positiv Getesteten, die nicht zu seiner Familie gehören, werden in der Regel nicht vom Gesundheitsamt kontaktiert."

Ilona Schilk, Sprecherin des Landkreises Zwickau, hält dagegen: "Wir haben letzten Monat alle 14 Tage eine Pressekonferenz abgehalten. Und wir haben ein Faltblatt zum Thema Absonderung an alle Haushalte verteilt."

Im Rathaus von Limbach-Oberfrohna wächst der Unmut über die aktuelle Corona-Lage.
Im Rathaus von Limbach-Oberfrohna wächst der Unmut über die aktuelle Corona-Lage.  © Maik Börner

Oberbürgermeister Vogel lässt kostenlose Masken verteilen

Kurz vor Weihnachten versprach Oberbürgermeister Jesko Vogel (46, Freie Wähler), FFP-2-Masken an Senioren zu schenken. Die Verteilung startete am Montag: Einwohner über 70 aus Limbach können sich nun je drei Masken in der Stadtinformation abholen. In den ländlichen Ortsteilen werfen die Feuerwehren die Masken in die Briefkästen.

"Es geht dabei auch darum, die Leute aufzurütteln und sie dazu zu bringen, sich besser zu schützen", sagte Vogel. Die Verteilung und Ausgabe geht a, Dienstag weiter.

Sören Rätzer (41, l.) und Mercel Philipp (41) von der Freiwilligen Feuerwehr Pleißa warfen den Senioren die FFP-2-Masken in die Briefkästen.
Sören Rätzer (41, l.) und Mercel Philipp (41) von der Freiwilligen Feuerwehr Pleißa warfen den Senioren die FFP-2-Masken in die Briefkästen.  © Maik Börner

Auch Verwandte oder Nachbarn von Senioren können die Masken abholen.

Titelfoto: Maik Börner, Andreas Seidel

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