Schönau leidet unter Fliegenplage! "Keiner kommt freiwillig hierher"

Wildenfels - Es könnte so schön sein in diesem Dorf: Fernab vom Stadtrauschen gleicht der Wildenfelser Ortsteil Schönau einem ländlichen Idyll zum Träumen. Doch was die Anwohner hier erleben, ist ein Albtraum: "Fliegen, Fliegen, Fliegen!", fasst Ralf Dittrich (71) die Plage zusammen.

Berthold Grenz (55, l.) und Matthias Joram (70) zeigen die Fliegen-Ausbeute von vier Tagen.
Berthold Grenz (55, l.) und Matthias Joram (70) zeigen die Fliegen-Ausbeute von vier Tagen.  © Ralph Koehler/Propicture

Busunternehmer Matthias Joram (70) erklärt: "Die Fliegenplage hat in den letzten sechs Jahren eine solche Dimension angenommen, dass wir als Bürger hier nicht mehr leben wollen." 

Es sei unmöglich geworden, im Freien zu essen, Kaffee zu trinken oder ein geselligen Grillabend zu genießen.

Freunde einladen? "Das traust du dich nicht mehr", sagt der aus der Stadt zugezogene Berthold Grenz (55). "Keiner kommt freiwillig hierher. Und die, die da sind, verrammeln ihre Häuser."

Ursache allen Übels ist das lokale Kompostwerk, das mit der Aufnahme von Bioabfällen aus dem Landkreis Zwickau auch massenhaft Fliegen anlockte. 

"Das Maß ist voll! Es muss sich etwas ändern", fordern die Schönauer nun im Rahmen einer Bürgerinitiative. Doch bislang blieb ihr Engagement vergeblich. "Helfen kann uns nur das Landratsamt. Es braucht Auflagen und Fachleute", sagt Bürgermeister Tino Kögler (49, parteilos).

Die Behörde bestätigte auf TAG24-Nachfrage, dass das Problem seit Jahren bekannt sei. Aktuell liege dem Umweltamt ein Konzept vor, das eine Umstrukturierung der Anlage als eingehauste, zwangsbelüftete Hauptrotte (Kompostierung) vorsieht sowie eine Erweiterung und Änderung der räumlichen Anordnung der Lagerflächen. 

Bürgermeister Tino Kögler (49, parteilos) zeigt das Ausmaß der Fliegenplage.
Bürgermeister Tino Kögler (49, parteilos) zeigt das Ausmaß der Fliegenplage.  © Maik Börner
Eine Einhausung des Bioabfalls könne das Problem entschärfen.
Eine Einhausung des Bioabfalls könne das Problem entschärfen.  © Ralph Koehler/Propicture

Das Vorhaben müsse ein umfangreiches Genehmigungsverfahren durchlaufen. Grundsätzlich hat die Anlage Bestandsschutz.

Titelfoto: Maik Börner/Ralph Koehler/Propicture

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