Gibt es noch Hoffnung für den einzigen Haribo-Standort im Osten?

Wilkau-Haßlau - Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat an den Süßwarenhersteller Haribo appelliert, die Schließung des Standortes Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) abzuwenden. 

Der Haribo-Standort bei Zwickau mit 150 Arbeitsplätzen ist in seiner Existenz bedroht.
Der Haribo-Standort bei Zwickau mit 150 Arbeitsplätzen ist in seiner Existenz bedroht.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

Das Werk sei von großer Bedeutung für die Stadt und den lokalen Arbeitsmarkt, betonte Dulig am Donnerstag in einer Mitteilung. 

"Dem Unternehmen Haribo geht es sehr gut. Seine Produkte erfreuen sich weltweit steigender Nachfrage. Deshalb können wir die Ankündigung von Haribo nicht nachvollziehen."

Er habe dem Geschäftsführenden Gesellschafter Guido Riegel angeboten, gemeinsam Alternativen zur Schließung zu erörtern, hieß es. So könne der Freistaat in den Bereichen Innovation und Investition unterstützen. 

Dulig: "Ich bin überzeugt, dass sich ein Weg finden lässt, die Produktionsstrukturen hier vor Ort zu modernisieren."

Haribo-Standort in Wilkau-Haßlau erhalten: Beratung am Donnerstag

Haribo hatte vergangene Woche angekündigt, seine Produktionsstätte in Sachsen zum Jahresende zu schließen (TAG24 berichtete). Das trifft rund 150 Beschäftigte. Dagegen gibt es Widerstand von lokalen Akteuren, der Belegschaft und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. 

Am Donnerstag wollten sie beraten, wie der einzige Haribo-Standort im Osten erhalten werden kann.

Update, 14.30 Uhr: Kretschmer schaltet sich ein

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich für den Erhalt des einzigen ostdeutschen Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau bei Zwickau stark machen. Demnach habe es bereits ein Gespräch mit der Geschäftsführung des Süßwarenherstellers gegeben. Als Nächstes wolle man auf die Eigentümerfamilie zugehen, sagte Stefan Feustel, Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, nach einem Gespräch mit lokalen Akteuren am Donnerstag. Kretschmer, der sich derzeit in häuslicher Quarantäne aufhält, sei bei dem Treffen zugeschaltet gewesen.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild

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