"Es werden Tränen fließen": Haribo in Sachsen stellt Produktion ein

Wilkau-Haßlau - Seit Haribo die Schließung seines einzigen Werkes in Ostdeutschland bekannt gegeben hat, rollt eine Welle des Protests. Mit Demos, Online-Petition und einer Luftballonaktion haben die rund 150 Beschäftigten in Wilkau-Haßlau und ihre Unterstützer für den Erhalt gekämpft. Doch das Ende der Goldbären-Produktion konnten sie nicht abwenden, diesen Freitag soll sie auslaufen.

Am Freitag endet die Produktion im Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau.
Am Freitag endet die Produktion im Haribo-Werk in Wilkau-Haßlau.  © Sven Gleisberg

Seit Bekanntgabe der Schließung im November, die mit "unverhältnismäßig hohen" Investitionen begründet wurde, schäumt der Protest. Mehr als 16.000 Menschen haben eine Petition im Internet unterzeichnet, das Land Sachsen eine Werbekooperation mit Haribo aufgekündigt. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (48, SPD) und das langjährige Haribo-Werbegesicht Thomas Gottschalk (70) hatten sich zu Wort gemeldet (TAG24 berichtete).

Ein Sozialplan samt Beschäftigungsgarantien bis ins neue Jahr konnte inzwischen erreicht werden, doch von der Schließung des Werkes rückt Haribo nicht ab. Hoffnungen setzen die Beschäftigten nun darauf, dass ein neuer Eigentümer für den Traditionsstandort gefunden wird.

Denn schon zu DDR-Zeiten wurden hier Gummibären & Co. hergestellt und zu großen Teilen in den Westen geliefert; 1990 übernahm Haribo das Werk. Seither wurde nach Unternehmensangaben ein zweistelliger Millionenbetrag etwa in Gebäude und Maschinen investiert.

Für die Beschäftigten wird der Weg zur Arbeit an diesem Freitag ein schwerer Gang werden. Am Abend ende mit der letzten Schicht die Produktion, erklärt Betriebsratschef Maik Pörschmann: "Es werden Tränen fließen."

Zum Abschied wollen Mitarbeiter Grablichter am Betriebsgelände aufstellen.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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