Schock für Beschäftigte: Haribo schließt Werk in Sachsen!

Grafschaft/Wilkau-Haßlau - Der Süßwarenhersteller Haribo schließt einen seiner bislang fünf Standorte in Deutschland.

Der Haribo-Standort Wilkau-Haßlau erfüllt nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur. (Symbolbild)
Der Haribo-Standort Wilkau-Haßlau erfüllt nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur. (Symbolbild)  © picture alliance / dpa

Zum Jahresende soll die Produktion im kleinsten deutschen Haribo-Werk im sächsischen Wilkau-Haßlau bei Zwickau eingestellt werden, wie das Familienunternehmen am Freitag mitteilte. 

Betroffen sind rund 150 Beschäftigte. Für sie sollen im Rahmen eines Sozialplans sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Nach Möglichkeit werde ihnen ein Wechsel in eines der anderen deutschen Werke angeboten.

Ausschlaggebend für die Schließung sei eine kürzlich abgeschlossene Wirtschaftlichkeitsprüfung der Produktionsstandorte, berichtete Haribo. Sie habe zu dem Ergebnis geführt hat, dass der Standort Wilkau-Haßlau nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur erfülle. 

Für das Werk wären "unverhältnismäßig hohe Investitionen" nötig, um die Produktionsabläufe auf die künftigen Anforderungen auszurichten.

Produktion wird an vier Standorten in Deutschland gebündelt: Bonn, Grafschaft, Neuss und Solingen

Alle wollten Haribo: 2018 standen die Kunden Schlange nach dem Umbau des Fabrikverkaufs in Wilkau-Haßlau.
Alle wollten Haribo: 2018 standen die Kunden Schlange nach dem Umbau des Fabrikverkaufs in Wilkau-Haßlau.  © Pro Picture/Ralph Köhler

"Wir streben an, unsere marktführende Position im Fruchtgummi- und Lakritzmarkt weltweit auszubauen. Dafür benötigen wir mit Blick auf die sich rasch ändernden Marktanforderungen ein hochmodernes Produktionsnetzwerk und effiziente Lieferketten", begründete Michael Molsberger, Geschäftsführer Produktion und Technik von Haribo Deutschland den Schritt. 

Der Süßwarenhersteller wird künftig die Produktion an vier Standorten in Deutschland bündeln: Bonn, Grafschaft, Neuss und Solingen. In Sachsen stieß die Entscheidung auf scharfe Kritik. "Die Schließung innerhalb weniger Wochen ist ein Schock für die gesamte Region", erklärte die Zwickauer DGB-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke). 

"Der Verlust der Arbeitsplätze wiegt in der Corona-Krise besonders schwer." Sie forderte die Haribo-Geschäftsführung auf, Alternativen zu einer Schließung zu prüfen und den Betrieb fortzuführen.

Der übergroße Haribo-Goldbär war ein Star für alle Kinder.
Der übergroße Haribo-Goldbär war ein Star für alle Kinder.  © Pro Picture/Ralph Köhler

An dem Standort in Wilkau-Haßlau wurden schon zu DDR-Zeiten Gummibärchen hergestellt und in den Westen geliefert. 1990 ging der Betrieb dann an Haribo.

Titelfoto: Pro Picture/Ralph Köhler

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