Zu früh entlassen? Vorbestrafter wird rückfällig und begrapscht Mädchen (11)

Zwickau - 14 Jahre verbrachte Tino K. (35) nach mehreren Missbrauchsfällen in der Psychiatrie in Rodewisch. Doch seine Entlassung erfolgte offenbar zu früh: In Zwickau begrapschte er eine Elfjährige und verstieß damit gegen seine Bewährungsauflagen.

Tino K. (35) droht erneut eine jahrelange Unterbringung in der Psychiatrie.
Tino K. (35) droht erneut eine jahrelange Unterbringung in der Psychiatrie.  © Ralph Kunz

"Er ist fixiert auf seine Bedürfnisse und bereit dafür, Risiken einzugehen", erzählt eine Psychologin am Landgericht Zwickau. Die Entlassung im Jahr 2016 sei ihrer Ansicht nach zu früh erfolgt. Ein Gutachter prognostizierte, dass von K. keine Gefährlichkeit mehr ausgehen würde - eine Fehleinschätzung.

2018 griff der an Intelligenzminderung leidende Angeklagte einer Elfjährigen am Rewe-Markt im Stadtteil Neuplanitz in den Schritt und forderte sie auf mitzukommen. Das Mädchen floh in den Markt. Dort wurde K. von der Polizei gestellt.

"Meine Tochter leidet noch heute unter dem Vorfall. Sie meidet Menschen und umarmt mich nicht mehr", berichtet ihre Mutter (40).

Tino K. machte keinen Hehl aus der Tat. Er wollte "fühlen". Nach Akten der Staatsanwaltschaft lebte der Mann, der nie einen Job erlernt hat, bereits 2002 und 2003 seine Bedürfnisse aus.

Damals wurde K. wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von zwei Minderjährigen (7, 15) in drei Fällen verurteilt und in den Maßregelvollzug gebracht.

Nun droht ihm erneut ein langer Aufenthalt in der Anstalt.

Titelfoto: Ralph Kunz

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