Untreue und Urkundenfälschung: Lehrer plündert Schulkonto

Zwickau - Zum zweiten Mal in diesem Jahr musste sich Ex-Chorleiter Uwe M. (59) vor dem Amtsgericht Zwickau verantworten. Diesmal ging's nicht um den Besitz von Kinderpornografie, sondern um Untreue und Urkundenfälschung in 16 Fällen! Uwe M. überwies immer wieder Geldbeträge vom Chor-Konto auf sein eigenes und fälschte Belege.

Ex-Chorleiter Uwe M. (59) wurde am Amtsgericht Zwickau wegen Urkundenfälschung verurteilt.
Ex-Chorleiter Uwe M. (59) wurde am Amtsgericht Zwickau wegen Urkundenfälschung verurteilt.  © Kristin Schmidt

Als Musiklehrer, Chorleiter und Vorstandsmitglied des Fördervereins des Clara-Wieck-Gymnasiums in Zwickau war Uwe M. einst eine schillernde Persönlichkeit. Doch seit Jahren bröckelt der Ruf des Künstlers. 

Am Gymnasium verwaltete ausschließlich er das Konto des Fördervereins, auf das Gelder der Bildungsagentur und Einnahmen des Chor flossen: unter anderem Mitgliedsbeiträge, Spenden, Ticketerlöse nach Auftritten. 

Mehr als ein Dutzend Mal soll der Ex-Lehrer Gelder für eigene Zwecke verwendet haben, dreimal hatte er nachweislich Geld auf sein eigenes Konto überwiesen. Laut Anklage fehlten über 4000 Euro.

"Als die Bildungsagentur Nachweise sehen wollte, habe ich sie gefälscht. Die Originale konnte ich nicht mehr finden", gestand der Musiker. Privates will er nicht finanziert haben. 

"Ich habe alles für den Chor verwendet, mir lediglich mal ein Honorar ausgezahlt." Am Ende konnte weder das Gericht noch die Schule nachvollziehen, welches Geld für welche Zwecke verwendet wurde. 

Als Vorstandsmitglied des Fördervereins des Clara-Wieck-Gymnasiums soll sich Uwe M. am Chor-Konto bedient haben.
Als Vorstandsmitglied des Fördervereins des Clara-Wieck-Gymnasiums soll sich Uwe M. am Chor-Konto bedient haben.  © Kristin Schmidt
Seinen Job als Lehrer übt M. nicht mehr aus. Mittlerweile ist er selbstständig.
Seinen Job als Lehrer übt M. nicht mehr aus. Mittlerweile ist er selbstständig.  © Kristin Schmidt

Richter Jürgen Dietel (59): "Wir können Ihnen letztlich nur 15 Fälle von Urkundenfälschung nachweisen." M. muss deswegen 5500 Euro Geldstrafe und 1734 Euro Wertersatz für Überweisungen auf sein Privatkonto zahlen.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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