Besser integrieren mit Musik: Projekt bringt Sachsen und Migranten zusammen

Zwickau - Integration durch die Sprache der Musik! Drei vom Freistaat geförderte Musik-Projekte - "Ankommen", "Zusammen" sowie "Vielfalt und Toleranz" - brachten Sachsen und Migranten zusammen. Bei "Farbklang" im Stadttheater Glauchau am 25. September schildern sie ab 17 Uhr Flucht-Geschichten und sollen Kulturen verbinden.

Rappper Dyaa Kassoma (24) und Gospelchor-Leiterin Rebecca Klukas (60) drehten für den Integrationsclip "Frag mich" auch auf dem Sachsenring.
Rappper Dyaa Kassoma (24) und Gospelchor-Leiterin Rebecca Klukas (60) drehten für den Integrationsclip "Frag mich" auch auf dem Sachsenring.  © Tobias Bieheim

"Integration ist mehr als die deutsche Sprache, eine Ausbildung oder Arbeit", sagt Integrationskoordinator Sebastian Helbig (38) von der Integrationsberatungsstelle Glauchau

Sozialkontakte und Zusammenarbeit sind wichtig für Akzeptanz und Heimatgefühl. Für Integration können auch Einheimische sorgen: "Die trauen sich oft nicht, anzusprechen." Helbig stößt Fußballturniere, Straßenfeste und Workshops an.

Dyaa Kassoma (24) ist dankbar, dass er bei "Zusammen" mit Sozialarbeiterin Rebecca Klukas (60) den Integrationsclip "Frag mich" aufnehmen konnte: "Musik ist wie Wasser für mich, die Sprache ist dabei egal." 

Der junge Hobby-Rapper hat eine Odyssee hinter sich. 2015 floh er von Damaskus nach Ägypten, weil die syrische Armee ihn einziehen wollte. "Es war blankes Chaos, jeder kämpfte gegen jeden", sagt Kassoma. 

Auch sein Bruder verweigerte. Er starb mit 31 Jahren im Gefängnis. Von Gizeh über die Türkei kam er im Schlauchboot nach Griechenland. Auf der "Balkan-Route" lief er nach Deutschland.

Die "große Hürde Deutsch" nahm er, spricht auch Arabisch, Englisch, Französisch. Er macht in Meerane eine Ausbildung zum Fachinformatiker, sein bester Kumpel ist Deutscher. 

Ali (9) packt nach dem Musikunterricht des Projekts "Musaik" in Dresden-Prohlis sein Cello ein.
Ali (9) packt nach dem Musikunterricht des Projekts "Musaik" in Dresden-Prohlis sein Cello ein.  © Monika Skolimowska/dpa
Afghane Khaled (15, l.), Lehrerin Lisa Berger, Schulleiterin Elke Fischer, Syrer Mohamad (18) und Serbe Stefan (15) bei einem Musikprojekt in der Oberschule Paunsdorf in Leipzig.
Afghane Khaled (15, l.), Lehrerin Lisa Berger, Schulleiterin Elke Fischer, Syrer Mohamad (18) und Serbe Stefan (15) bei einem Musikprojekt in der Oberschule Paunsdorf in Leipzig.  © Waltraud Grubitzsch/dpa
Integrationskoordinator Sebastian Helbig (38, l.) und Filmemacher Reiner Schottstedt stoßen gemeinsam Projekte für Migranten an.
Integrationskoordinator Sebastian Helbig (38, l.) und Filmemacher Reiner Schottstedt stoßen gemeinsam Projekte für Migranten an.  © Matthias Resche

"Ich habe Heimweh, aber ich bin angekommen. Es gibt kulturelle Unterschiede, aber viel mehr Gemeinsamkeiten", sagt Kassoma. Auch das Projekt habe das gezeigt.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa

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