1,6 Millionen Tonnen Munition auf dem Meeresboden: Bergung in der Ostsee erst 2023?

Kiel - Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (38, Grüne) hofft, dass mit der Bergung von Munitionsaltlasten in der Ostsee spätestens 2023 begonnen werden kann.

Ein Taucher vom Forschungstauchzentrum der Universität Kiel nähert sich in der Kolberger Heide in der Ostsee einem versenkten Munitionsrest.
Ein Taucher vom Forschungstauchzentrum der Universität Kiel nähert sich in der Kolberger Heide in der Ostsee einem versenkten Munitionsrest.  © Jana Ulrich/Forschungstauchzentrum CAU Kiel/dpa

Hintergrund sei die Vereinbarung im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP zur Finanzierung, teilte Albrecht mit. Diese laute: "Für die Bergung und Vernichtung von Munitionsaltlasten in der Nord- und Ostsee wird ein Sofortprogramm aufgelegt sowie ein Bund-Länderfonds für die mittel- und langfristige Bergung eingerichtet und solide finanziert."

Das sei eine sehr gute Nachricht für den Meeresschutz in Nord- und Ostsee, betonte Albrecht.

Schleswig-Holstein stehe bereit, seinen Beitrag für ein Sofortprogramm zur Bergung und Vernichtung von Munitionsaltlasten im Meer zu leisten. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass sich alle Länder zu dem Sofortprogramm bekennen und solidarisch in den von der Ampel vereinbarten Fonds einzahlen", sagte der Minister.

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"Ziel muss es sein, spätestens 2023 in einem ersten Pilotprojekt vor der schleswig-holsteinischen Küste in die Bergung von Altmunition einzusteigen."

Der Einstieg in das Projekt sei ein wichtiges Signal für einen Aufbruch in der Meerespolitik. "Ich bin zuversichtlich, dass unter den Voraussetzungen der Ampel-Koalition in länderübergreifender Zusammenarbeit mehr für den Meeresschutz getan werden kann."

In der deutschen Nord- und Ostsee liegen etwa 1,6 Millionen Tonnen Munition aus den Weltkriegen. Die Munition löst sich langsam auf und setzt dabei gefährliche Stoffe frei.

Titelfoto: Jana Ulrich/Forschungstauchzentrum CAU Kiel/dpa

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