Coronavirus: Dänemark schließt seine Grenzen, Reisende werden abgewiesen

Krusau/Flensburg - Dänemark macht dicht. Und viele Menschen schauen zu.

Eine Polizisten hält an der deutsch-dänischen Grenze ein Fahrzeug an.
Eine Polizisten hält an der deutsch-dänischen Grenze ein Fahrzeug an.  © Carsten Rehder/dpa

Am Grenzübergang bei Krusau in der Nähe von Flensburg haben sich am Samstagvormittag viele Schaulustige versammelt. 

Und je näher die Stunde der Grenzschließung kommt, desto mehr werden es - und desto weniger Autos. 

Es scheint, als ob viele die Stunde zuvor genutzt haben, um noch weitgehend ungehindert über die Grenze zu fahren.

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Am Freitagabend hatte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärt, dass ihr Land am Samstag bis Ostern die Grenze schließt, um einer weiteren Ausbreitung von Sars-CoV-2 entgegenzuwirken. 

Von den dreizehn permanenten Grenzübergängen an Straßen bleiben nur drei geöffnet, wie die Polizei von Südjütland am Samstag mitteilte. 

Es sind die Übergänge bei Frøslev an der A7, bei Sæd in der Nähe von Tønder und eben bei Krusau in der Nähe von Flensburg. 

Die anderen Übergänge werden den Angaben zufolge von beiden Seiten blockiert. Ein Durchkommen mit dem Auto wird unmöglich.

Um Punkt 12 Uhr ist es dann soweit. Anstatt stichprobenartig einzelne Fahrzeuge zu kontrollieren wie zuvor, lassen sich die Kontrolleure am Grenzübergang Krusau in der Nähe von Flensburg nun jeden einzelnen Pass zeigen. Wer keinen triftigen Grund hat einzureisen, wird an Absperrhütchen vorbei zurück nach Deutschland geschickt. 

Ein Auto aus Wien etwa muss umkehren. Eine längere Diskussion mit den Kontrolleuren bleibt vergebens.

Zwei Hunde warten in der Sonne an der dänischen Grenze auf ihren Besitzer.
Zwei Hunde warten in der Sonne an der dänischen Grenze auf ihren Besitzer.  © Carsten Rehder/dpa

Eine Deutsche hingegen sitzt ganz entspannt in ihrem Wagen und rollt langsam an die Grenze heran. Sie sei Teil der Notbereitschaft der (dänischen) Kommune Apenrade, sagt sie. Und sie habe von ihrer Chefin hoffentlich alles bekommen, was sie brauche, um über die Grenze zu gelangen. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Grund für eine Einreise kommen indes nicht mehr ins Land. Das gilt auch für die vielen Deutschen, die in den Osterferien nach Dänemark reisen wollten. 

Für Lastwagenfahrer, die Waren über die Grenze bringen, gilt das nicht, wie Justizminister Nick Hækkerup am Freitag sagte. Und auch Dänen könnten jederzeit in ihr Heimatland zurückkehren. Aber ob sie es auch verlassen dürfen, nur zum Einkaufen wenige Kilometer hinter der Grenze beispielsweise? 

Darüber herrscht Unsicherheit. Camelia aus dem dänischen Sonderborg - etwa 30 Kilometer von Flensburg entfernt - glaubt das nicht. Sie steht gegen 10.30 Uhr auf dem Parkplatz eines Discounters in Flensburg und packt Lebensmittel in ihr Auto.

Sie kauft wie so viele Dänen aus dem Grenzgebiet häufig in Deutschland ein. "Es ist billiger", sagt sie. Der heutige Einkauf wird wohl der letzte für einige Wochen sein, denkt sie. Die Maßnahme findet sie "nicht ok". Auch wenn sie wegen ihres herzkranken Mannes durchaus ein bisschen Angst vor dem Virus hat, wie sie sagt.

Und auch Ingrid Johannsen und Gunnar Hattesen, aus dem etwa 20 Kilometer entfernten Gråsten, finden die Grenzschließung "wahnsinnig". Sie sind zum Gucken an den Grenzübergang Krusau gekommen. 

Wie viele Menschen, die in der Nähe der Grenze wohnen, sind sie normalerweise mehrmals die Woche in Flensburg - zum einkaufen, essen gehen oder schwimmen. "Wir fühlen uns eingeschränkt", sagt Hattesen.

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