Corona-Knast! Hier werden Quarantäne-Verweigerer eingesperrt

Neumünster – Wer sich in Schleswig-Holstein hartnäckig einer auferlegten Corona-Quarantäne verweigert, dem droht seit Montag im Extremfall eine Unterbringung.

Blick aus dem vergitterten Fenster eines Zellenraums in den Innenhof der Jugendarrestanstalt Moltsfelde.
Blick aus dem vergitterten Fenster eines Zellenraums in den Innenhof der Jugendarrestanstalt Moltsfelde.  © Christian Charisius/dpa

In einer eigenständigen Einrichtung auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster ist Platz für bis zu sechs Quarantäne-Verweigerer.

Bis Freitagnachmittag sei aber nicht absehbar gewesen, dass die Kreise bereits Gebrauch von der Unterbringungsmöglichkeit machen, sagte eine Sprecherin des Landkreistags.

Über eine vom Gesundheitsamt verfügte Unterbringung muss letztlich ein Gericht entscheiden.

Laut Infektionsschutzgesetz kommt eine sogenannte Absonderung als letztes Mittel in Betracht. Das heißt, jemand muss sich erkennbar weigern, Auflagen einzuhalten, Verstöße müssen nachgewiesen und eine sogenannte Gefährderansprache erfolglos geblieben sein. Wie viele Quarantäne-Verweigerer im Land es gibt, ist nicht bekannt.

Der Kreis Segeberg wird die Unterkunft betreiben und den anderen Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stellen. 12 bis 15 Mitarbeiter werden über Honorarverträge beschäftigt.

In diesem und fünf weiteren Räumen können hartnäckige Verweigerer einer ihnen auferlegten Corona-Quarantäne künftig untergebracht werden.
In diesem und fünf weiteren Räumen können hartnäckige Verweigerer einer ihnen auferlegten Corona-Quarantäne künftig untergebracht werden.  © Christian Charisius/dpa

Freiwillig gemeldet hatten sich mehr als 30 ehemalige Polizei- und Justizvollzugsbeamte.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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