Kieler Woche im September doch kein großes Volksfest

Kiel - Der Traum vom großen Volksfest ist ausgeträumt: Die Kieler Woche im September fällt nun doch wegen der Entwicklung in der Corona-Pandemie erheblich kleiner aus als von der Stadt geplant.

Trotz Einschränkungen soll es bei der Kieler Woche einen Segelwettbewerb geben. (Archivbild)
Trotz Einschränkungen soll es bei der Kieler Woche einen Segelwettbewerb geben. (Archivbild)  © Frank Molter/dpa

Die Risiken für eine Veranstaltung mit Millionenpublikum seien zu groß geworden, erklärte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (49, SPD) am Donnerstag. "Windjammerparade, ein Feuerwerk mit neuen Ideen, Segeln und auch dezentrale Stadtteilfeste werden auf jeden Fall stattfinden können."

Für die Eventflächen und Märkte wäre eine kurzfristige Absage aufgrund einer angespannten Infektionslage mit einem hohen wirtschaftlichen Risiko für alle Beteiligten verbunden.

"Deshalb haben wir uns erneut für eine an die Pandemie-Situation angepasste Kieler Woche entschieden." Damit wird es vom 4. bis 12. September weder große Bühnen noch ausgedehnte Flanierbereiche, Märkte und frei zugängliche Angebote geben.

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Mit 37,7 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte Kiel am Mittwoch die höchste Inzidenz in Schleswig-Holstein.

Die hochansteckende Delta-Variante dominiere das Infektionsgeschehen in Kiel, hieß es von der Stadt.

Prominenter Gast wird bei Kieler Woche erwartet

Die Windjammer-Parade der Kieler Woche lockt immer zahlreiche Zuschauer an.
Die Windjammer-Parade der Kieler Woche lockt immer zahlreiche Zuschauer an.  © Frank Molter/dpa

Noch lasse sich nicht abschätzen, wie sich die Situation in den nächsten Wochen mit Reiserückkehrern und den Öffnungen der Schulen auswirken wird. Zudem müsste nach derzeitiger Rechtslage der Zugang zu Eventflächen auf Geimpfte, Getestete und Geimpfte beschränkt werden und es würde zusätzlich eine Maskenpflicht geben.

Dies würde verstärkte Kontrollen und eine Einzäunung der Areale bedeuten. Auch hätte eine Großveranstaltung mit nur wenigen Besuchern negative wirtschaftliche Auswirkungen für die Partner der Kieler Woche. "Schließlich droht eine Kieler Woche, die sich am Original orientiert, das Infektionsgeschehen zusätzlich negativ zu beeinflussen."

Der Oberbürgermeister bedauerte, dass die Entscheidung so fallen musste. "Wir hatten uns auf eine Kieler Woche mit mehr Leichtigkeit und mehr Spontaneität als im vergangenen Jahr gefreut", sagte Kämpfer. Stattfinden werde alles, was sich unter Pandemie-Bedingungen im vergangenen Jahr bewährt habe, so das Segeln, die Windjammerparade und das Segelkino.

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Die noch bis Sonntag laufende Travemünder Woche konzentriert sich wegen der Corona-Lage ebenfalls wesentlich auf das Segeln. Die Entscheidung sei eine sehr traurige Nachricht, aber die aus jetziger Sicht einzig vernünftige, sagte der Leiter des Kieler-Woche-Referats, Philipp Dornberger.

Prominenter Gast der Kieler Woche wird am 8. September Fürst Albert II. von Monaco (63) sein. Er besucht dann das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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