Nach Dachgeschossbrand mit zwei Toten: Urteil gefällt

Kiel/Neumünster - Für den Brand im Dachgeschoss eines mehrstöckigen Wohnhauses in Neumünster mit zwei Toten muss ein 32-jähriger Mann dauerhaft in die geschlossene Psychiatrie. 

Feuerwehrleute bekämpfen Glutnester nach dem Brand in dem Mehrfamilienhaus.
Feuerwehrleute bekämpfen Glutnester nach dem Brand in dem Mehrfamilienhaus.  © dpa/Carsten Rehder

Das Kieler Landgericht ordnete am Freitag die Unterbringung des psychisch erkrankten Beschuldigten wegen heimtückischen Mordes und Brandstiftung mit Todesfolge an.

Demnach setzte der Mann am frühen Morgen des 10. März die Tür des Zimmers eines Bekannten in Brand und machte ihm damit die Flucht unmöglich. 

Im Wahn habe er geglaubt, der 42-Jährige habe seine Frau gefoltert und umgebracht, sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann. Das Opfer sprang aus dem vierten Stockwerk in den Tod. Ein anderes Opfer verbrannte in seinem Zimmer.

Die Kammer stützt das Urteil auch auf das Geständnis des mehrfach vorbestraften drogensüchtigen Beschuldigten kurz nach der Brandstiftung in der Wache der Bundespolizei im Hauptbahnhof von Neumünster und später auch vor Ärzten. Zur Tat sei es spontan gekommen aufgrund der wahnhaften Eingebung des Beschuldigten, sagte Brommann.

Sein Geständnis ließ der Mann im Gerichtssaal von seinem Verteidiger widerrufen. Der Verteidiger forderte wegen des "falschen Geständnisses" Freispruch und kündigte Revision an. Die Richter folgen dem Antrag der Staatsanwältin, die ebenfalls die Unterbringung gefordert hatte.

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder

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