So könnten norddeutsche Moore künftig für den Klimaschutz genutzt werden

Kiel - Die in Schleswig-Holstein verbreiteten Moore müssen nach Überzeugung von Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) stärker als bisher für den Klimaschutz genutzt werden.

Reste abgestorbener Bäume sind im Tarbeker Moor zu sehen.
Reste abgestorbener Bäume sind im Tarbeker Moor zu sehen.  © Daniel Reinhardt/dpa

Sie seien effiziente Speicher für das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2), teilte der Minister am Mittwoch zur Veröffentlichung des Jahresberichts 2020 zur biologischen Vielfalt mit.

Moore nehmen etwa neun Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins ein. Allerdings sei der größte Teil durch Torfabbau und Entwässerung ökologisch entwertet und werde weitgehend landwirtschaftlich genutzt.

Moore seien über Jahrhunderte als Unland angesehen worden, das zu kultivieren war, hieß es in der Mitteilung. Daher könnten viele Moore ihrer ökologischen Rolle als CO2-Senke nicht mehr nachkommen.

Intakte Moore speichern CO2, indem absterbende Moose und andere Pflanzen nicht zersetzt werden, sondern Torf bilden. Werden Moore entwässert, beginnt die Zersetzung von Torf mit der Freisetzung von CO2.

"Der Klimawandel stellt gemeinsam mit dem Artensterben und dem fortschreitenden Verlust natürlicher Lebensräume eine der großen aktuellen Herausforderungen auch für unser Land dar", sagte Albrecht.

Jan Philipp Albrecht (38, Grüne), Umweltminister Schleswig-Holsteins, will die Moore im Kampf gegen den Klimaschutz nutzen.
Jan Philipp Albrecht (38, Grüne), Umweltminister Schleswig-Holsteins, will die Moore im Kampf gegen den Klimaschutz nutzen.  © Markus Scholz/dpa

Der Minister kündigte neue Programme des Landes zum Beispiel im Vertragsnaturschutz an.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

Mehr zum Thema Schleswig-Holstein:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0