Polizei erkennt Corona-Infektionen als Dienstunfälle an

Kiel - Schleswig-Holsteins Landespolizei hat alle bisher abschließend bearbeiteten 23 Anträge auf Anerkennung einer Covid-19-Erkrankung als Dienstunfall anerkannt.

Einsatzkräfte der Polizei stehen am Rande einer Demonstration: Nicht immer ist die Befolgung der Corona-Regeln im Dienst möglich.
Einsatzkräfte der Polizei stehen am Rande einer Demonstration: Nicht immer ist die Befolgung der Corona-Regeln im Dienst möglich.  © Frank Molter/dpa

Elf weitere Anträge sind in Bearbeitung, wie Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (63, CDU) am Donnerstag in Kiel mitteilte.

Zwar hätten sich die Hygienekonzepte der Polizei und der vorbildliche Umgang der Beamten damit herausragend bewährt. So seien im Laufe der Pandemie nur 149 Infektionen von Polizisten bekannt geworden. Doch die Umstände ließen nicht in allen Fällen die Befolgung der Corona-Regeln zu.

Vor diesem Hintergrund hätten 34 infizierte Angehörige der Landespolizei dargelegt, dass nach ihrer Ansicht eine Infektion im Dienst erfolgt sein müsse, erläuterte Sütterlin-Waack.

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Dies sei bei einer Viruserkrankung deutlich schwieriger nachvollziehbar zu belegen als beispielsweise im Falle von Widerstandshandlungen. "Und darum war es so wichtig, dass wir unseren Polizistinnen und Polizisten sehr früh einen Fürsorgeleitfaden an die Hand gegeben haben."

Die Gewerkschaft der Polizei wertete die Verwaltungsentscheidung als Zeichen der Fürsorge. Dies sei eine angemessene Wertschätzung, sagte der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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