Corona mit NS-Zeit gleichgesetzt: Gedenkstätte Buchenwald erhält wegen 2G-Regel Hassmails und Drohanrufe

Weimar - Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald war in den vergangenen Wochen das Ziel von Hass geworden. Grund dafür ist die 2G-Regel für den Zutritt in die ehemalige Haftstätte.

Die Ausstellung der Gedenkstätte Buchenwald dürfen aktuell nur Personen besuchen, die gegen Corona geimpft oder genesen sind. Ein Zustand, den viele Menschen nicht ertragen können.
Die Ausstellung der Gedenkstätte Buchenwald dürfen aktuell nur Personen besuchen, die gegen Corona geimpft oder genesen sind. Ein Zustand, den viele Menschen nicht ertragen können.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung des Freistaates Thüringen dürfen nur gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Personen die Ausstellungen in der Gedenkstätte besuchen.

Die Umsetzung der Regel, zu der das ehemalige Konzentrationslager verpflichtet ist, sorgt bei vielen Besuchern für Wut und Ärger. Das Unverständnis über die Corona-Maßnahme ging sogar so weit, dass in den vergangenen Wochen eine Flut an Hassmails im Posteingang der Gedenkstätte landete.

Doch damit nicht genug: Es gingen auch Anrufe mit Beschimpfungen gegen das Personal ein.

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Wie es in einer schriftlichen Erklärung der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora heißt, sollen bei den Beschimpfungen Corona-Regeln mit dem NS-Völkermord an den Juden gleichgesetzt worden sein.

Eine Tatsache, die die Kultureinrichtung nicht unkommentiert stehen lässt. "Wir zeigen uns solidarisch mit den Mitarbeitenden der Gedenkstätte und wehren uns gegen eine Instrumentalisierung der Pandemie durch Geschichtsrevisionisten und Demokratiefeinde", heißt es in der Weimarer Erklärung für ein demokratisches Miteinander.

Corona-Kritiker leugnen die Geschichte

"Vielfach betreiben 'Spaziergänger' und 'Corona-Kritiker' Geschichtsrevisionismus: Infektionsschutzmaßnahmen setzen sie mit dem Holocaust gleich und behaupten, wir würden in einer 'Corona-Diktatur' leben", lauten die weiteren Zeilen.

"Solche Gleichsetzungen verharmlosen nicht nur den Nationalsozialismus und verhöhnen dessen Opfer, sie sind der gezielte Versuch, Zwiespalt zu säen und die liberale Demokratie zu bekämpfen."

Laut der Weimarer Erklärung trägt die große Mehrheit der Bevölkerung die Belastungen der Pandemie solidarisch. Nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme und gesellschaftlichem Miteinander kann es gelingen, diese zu überwinden, wird in der Mitteilung betont.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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