Rund 2000 geduldete Ausländer könnten in Thüringen bleiben

Erfurt - Das von der Bundesregierung geplante sogenannte Chancen-Aufenthaltsrecht könnte knapp 2000 Ausländern in Thüringen zu einem sicheren Aufenthaltsstatus verhelfen.

Die fehlende Aufnahmebereitschaft der Herkunftsländer oder die Situation vor Ort führen dazu, dass eigentlich ausreisepflichtige Flüchtlinge in Thüringen bleiben dürfen.
Die fehlende Aufnahmebereitschaft der Herkunftsländer oder die Situation vor Ort führen dazu, dass eigentlich ausreisepflichtige Flüchtlinge in Thüringen bleiben dürfen.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Ende April waren im Freistaat rund 4600 Ausländer als geduldet registriert, wie eine Sprecherin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf Anfrage mitteilte. Rund 1900 von ihnen hielten sich demnach seit mindestens fünf Jahren in Deutschland auf.

Das Bundesinnenministerium hatte vergangene Woche einen Entwurf für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Einführung eines sogenannten Chancen-Aufenthaltsrechts vorgelegt.

Dieses sei gedacht für diejenigen, die zum Stichtag 1. Januar 2022 "in Deutschland seit fünf Jahren oder mehr leben und gut integriert sind, aber nur über eine Duldung verfügen", sagte Ministerin Nancy Faeser (51, SPD). Wer von der geplanten Regel profitiert, soll zunächst ein einjähriges Aufenthaltsrecht bekommen.

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Eine Duldung bedeutet, dass ein Ausländer eigentlich ausreisepflichtig ist, die Abschiebung aber vorübergehend ausgesetzt wurde. Hintergründe könnten etwa Krankheit oder fehlende Passdokumente sein, sagte eine Sprecherin des Thüringer Migrationsministeriums.

Auch die fehlende Aufnahmebereitschaft einzelner Herkunftsländer oder die Situation vor Ort - als Beispiel nannte sie Afghanistan - könnten zu einer Duldung führen.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

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