Thüringen: Immer mehr ukrainische Flüchtlinge bekommen einen Arbeitsplatz

Erfurt - In Thüringen kommt die Vermittlung ukrainischer Flüchtlinge in Beschäftigung und Qualifizierung laut Arbeitsagentur gut voran.

In Thüringen konnten bislang zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine in den Berufsalltag eingegliedert werden. (Archivbild)
In Thüringen konnten bislang zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine in den Berufsalltag eingegliedert werden. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Seit Juni wurden rund 460 Menschen direkt in Erwerbstätigkeit und Ausbildung vermittelt, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur mitteilte. Eine geförderte Beschäftigung haben den Angaben zufolge seit Juni knapp 1900 Ukraine-Flüchtlinge im Freistaat begonnen. Dazu zählten auch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen oder Sprachkurse.

"In den Teams der Arbeitsvermittlung sind in einigen Jobcentern Sprachmittler, Muttersprachler, eingestellt worden", sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens. Denn es gehe um das beiderseitige Verstehen.

Zudem gibt es eine Dolmetscherhotline der Bundesagentur. Im September waren rund 6000 Menschen aus der Ukraine in Thüringen bei den Jobcentern gemeldet, im Juni waren es gut 3200. Insgesamt 60.000 Menschen waren im September im Freistaat als arbeitslos registriert.

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Eine Sprecherin der Regionaldirektion verwies darauf, Flüchtlinge aus der Ukraine seien erst kurz in Thüringen. Angesichts des russischen Angriffskrieges, der im Februar begann, seien Menschen, die ihre Heimat verlassen hätten, traumatisiert und bedürften menschlicher Begleitung.

Geflüchtete sollen gemäß ihrer Qualifikation arbeiten

Außerdem sprechen etliche kein Deutsch, und nicht jeder Arbeitsvermittler Ukrainisch. Es seien meist Frauen mit kleinen Kindern nach Thüringen geflüchtet. Sie benötigen auch einen Kita-Platz, um eine Beschäftigung aufzunehmen oder eine Weiterbildung antreten zu können.

Ziel sei es, die Menschen ihrer beruflichen Qualifikation entsprechend zu vermitteln. "Das heißt, wer Pädagogin in der Ukraine war, sollte hier als Lehrerin arbeiten können und nicht auf einen Hilfsjob angewiesen sein", betonte sie.

Flüchtlinge aus der Ukraine werden in Deutschland seit dem 1. Juni von den Jobcentern betreut. Sie erhalten Leistungen der Grundsicherung. Zuvor galt für sie das Asylbewerberleistungsgesetz.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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