Bahn streicht Züge, Wetterdienst warnt: Bloß keine Autofahrten!

Offenbach - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat vor extremem Schneefall und Schneeverwehungen in Teilen Deutschlands bis in die Nacht zum Montag gewarnt.

Dichtes Schneetreiben bei Temperaturen um Minus 2 Grad Celsius behinderten schon am Freitagabend auf den Straßen in Berlin und Brandenburg den Feierabendverkehr.
Dichtes Schneetreiben bei Temperaturen um Minus 2 Grad Celsius behinderten schon am Freitagabend auf den Straßen in Berlin und Brandenburg den Feierabendverkehr.  © Wolfgang Kumm/dpa

Vor allem in der nördlichen Mitte Deutschlands sei von Samstagabend bis in die Nacht zum Montag mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen, gab der DWD am Samstag in einer amtlichen Gefahrenmitteilung bekannt.

Straßen und Schienenwege könnten durch extreme Schneeverwehungen unpassierbar werden. Es bestehe die Gefahr von Schneebruch. "Fahren Sie nur mit Winterausrüstung und vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten!", hieß es in der Warnmeldung.

Im Norden des Landes waren am Samstag vorsorglich bereits einige Bahn-Verbindungen im Fernverkehr eingestellt worden. Der Süden hingegen dürfte einen Vorgeschmack auf den Frühling bekommen.

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Laut Mitteilung der Deutschen Bahn wurden am Samstag und Sonntag alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen.

Ebenfalls von den Anpassungen betroffen ist die Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz. Hier werde der Fahrplan am Wochenende stark ausgedünnt. Auch im Regionalverkehr etwa in Nordrhein-Westfalen ist mit Beeinträchtigungen zu rechnen.

Ungewöhnliche Wetter-Extreme in Deutschland erwartet

Die Deutsche Bahn hat angesichts des prognostizierten Wintereinbruchs am Wochenende in Deutschland Anpassungen im Fahrplan vorgenommen. Auch mehrere Fernverkehrsverbindungen im Norden sind hiervon betroffen.
Die Deutsche Bahn hat angesichts des prognostizierten Wintereinbruchs am Wochenende in Deutschland Anpassungen im Fahrplan vorgenommen. Auch mehrere Fernverkehrsverbindungen im Norden sind hiervon betroffen.  © Bodo Marks/dpa

Deutschland stehen ungewöhnliche Wetter-Extreme bevor. Während im Norden kalte Unwetter wüten, soll es im Süden frühlingshaften Föhn geben. Zwischen Nord- und Süddeutschland erwarten Experten damit ein Temperaturgefälle von rund 20 Grad.

Besonders betroffen vom Winterwetter ist dem DWD zufolge ab Samstagabend die Region vom Emsland und dem Münsterland bis hin zum Harz.

Im Ruhrgebiet, dem Siegerland, in Mittelhessen und Oberfranken hingegen gibt es von Sonntagnachmittag bis Montag gefrierenden Regen, der eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht zur Folge haben könnte.

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In Niedersachsen bereiteten sich Feuerwehr und Katastrophenschutz, Polizei, Verkehrsbetriebe und Bahnen, Straßenmeistereien und Räumdienste auf herausfordernde Tage vor.

Schneeschauer und frostige Temperaturen werden auch in Sachsen-Anhalt erwartet. "Es beginnt noch relativ ruhig, aber wir erwarten ein sehr turbulentes Wochenende", so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Ähnlich sieht es in Sachsen aus. Die Harzer Nationalparkverwaltung hat davor gewarnt, die Wälder zu betreten. Ein Waldbesuch könne am Wochenende lebensgefährlich werden, heißt es in einer im Internet veröffentlichen Warnmeldung.

15. Februar 1979: Bergepanzer der Bundeswehr sind auf der Bundesautobahn Hannover-Hamburg in der Lüneburger Heide zu eingeschneiten Fahrzeugen unterwegs. Zwischen dem 13. und dem 18. Februar 1979 herrschte im Nordwesten Niedersachsens nach ergiebigen Schneefällen mit orkanartigen Winden Katastrophenalarm. Gehöfte, Gemeinden und die Stadt Wilhelmshaven waren zum Teil tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.
15. Februar 1979: Bergepanzer der Bundeswehr sind auf der Bundesautobahn Hannover-Hamburg in der Lüneburger Heide zu eingeschneiten Fahrzeugen unterwegs. Zwischen dem 13. und dem 18. Februar 1979 herrschte im Nordwesten Niedersachsens nach ergiebigen Schneefällen mit orkanartigen Winden Katastrophenalarm. Gehöfte, Gemeinden und die Stadt Wilhelmshaven waren zum Teil tagelang von der Außenwelt abgeschnitten.  © Wolfgang Weihs/dpa

Frost auch in Berlin

Und auch in Berlin wird es frostig - mit Temperaturen von tagsüber bis zu minus acht Grad, die Nächte sollen noch kälter werden. Die Hauptstadt stellt deswegen zusätzliche Plätze im Warmen für Obdachlose bereit.

Die Menschen im Süden können sich hingegen am Wochenende auf frühlingshafte Temperaturen freuen. Tiefdruckgebiete über Westeuropa lenken nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sehr milde Luft nach Bayern. An den Alpen stelle sich Föhn ein, wodurch am Samstag dort Temperaturen von bis zu 15 Grad möglich seien.

Auch in Baden-Württemberg rechnen die Meteorologen mit Höchstwerten von 6 bis 11 Grad.

Titelfoto: Montage: Wolfgang Kumm/dpa, Bodo Marks/dpa

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