Bis zu 35 Grad! Ungewöhnliche Hitzewelle in Sibirien

Krasnojarsk - Sibirien ist für Temperaturen weit unter minus 30 Grad bekannt. Doch nun hat eine ungewöhnliche Hitzewelle weite Teile Russlands vom Ural bis zur Republik Tuwa getroffen.

Normalerweise ist in den sibirischen Gewässern Eisbaden angesagt. (Symbolbild)
Normalerweise ist in den sibirischen Gewässern Eisbaden angesagt. (Symbolbild)  © 123rf.com/Elena Yurkina

Seit Tagen klettern die Temperaturen in Westsibirien einschließlich Nowosibirsk, Krasnojarsk und Umgebung, Omsk, Tomsk, dem Oblast Kemerowo und dem Altai Gebirge in der Mongolei auf 30 Grad, manchmal sogar bis auf 35 Grad! 

Das sind Rekordmessungen für die Region, schreibt "The Siberian Times". 

Lokalen Medien zufolge würde das Eis am Jenissei, einem etwa 3487 Kilometer angem Strom in Sibirien, im Hafen von Dudinka fast einen ganzen Monat zu früh anfangen zu schmelzen. Üblich sei die Zeit ab Anfang Juni.

Auch Apfelbäume und Vogelkirschen, die normalerweise von Mitte bis Ende Mai blühen, standen bereits im April in voller Pracht. 

Vor allem in Krasnojarsk wurde aber auch eine extrem hohe Aktivität von Zecken festgestellt, deren Anzahl um das 200-fache über dem Normalwert liege. Über tausend Menschen hätten sich bereits mit Zeckenbissen in den Gesundheitseinrichtungen gemeldet.

Doch das ist noch nicht alles!

Menschen brechen Corona-Maßnahmen

Denn auch in Sibirien bestimmt das Coronavirus die Lage. Doch nun lockt das ungewöhnliche Frühlingswetter die Menschen nach draußen in die Parks und an die Strände - trotz der momentan auch hier geltenden Ausgangsbeschränkungen.

Ein ähnlich warmer Mai mit Temperaturen weit über 20 Grad liegt in Sibirien übrigens lange zurück: Ähnliche Werte wurden bislang nur 1947, 1957 und 1962 registriert. 

Dieses Mal käme die Hitze aus dem Südwesten, "fast aus dem Iran", erklärt Professor Alexey Kozhukhovskiy von der der Sibirischen Universität in Krasnojarsk. Großer Nachteil: Es werden viele Wald- und Steppenbrände in der Region verursacht. Bis Ende April verbrannten die Feuer bereits zwei Millionen Hektar Land. 

Titelfoto: 123rf.com/Elena Yurkina

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