Corona-Pandemie verschlechtert Wetter-Prognosen

Bonn/Offenbach - Die weltweite Corona-Pandemie betrifft indirekt auch die Wetter-Experten und ihre Wetterprognosen. Weil weltweit Flugzeuge an den Flughäfen geparkt stehen, anstatt durch die Welt zu fliegen, mangelt es an aktuellen Wetterdaten aus der Luft.

Flugzeuge von Lufthansa stehen am Flughafen in Frankfurt geparkt.
Flugzeuge von Lufthansa stehen am Flughafen in Frankfurt geparkt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Wie der private Bonner Wetterservice "WetterOnline" mitteilte, sei es durch die Corona-Krise zu einem Einbruch von Wetterdaten gekommen. Verantwortlich dafür sei vor allem der Rückgang des Flugverkehrs.

"Eine geringere Anzahl von Flugzeugen in der Luft, die während ihres Fluges wichtige Wetterdaten über den Ist-Zustand der Atmosphäre sammeln, ist für die Meteorolgen ein großes Problem. Es fehlen schlichtweg Daten. Zu diesen Wetterdaten gehören Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und -richtungen, sowie Angaben über die Luftfeuchtigkeit", so Matthias Habel, Meteorolge und Pressesprecher von WetterOnline.

An den Flughäfen in Deutschland stehen momentan Flugzeugflotten geparkt. Die Passagierzahlen knicken ein, die Starts und Landungen sind weltweit enorm reduziert.

Die Airline Eurowings sicherte zuletzt nur noch eine Grundversorgung zu.

Heftig sind die Auswirkungen bei der Eurowings-Mutter Lufthansa: Dort werden weltweit 87.000 Mitarbeiter wegen der Corona-Pandemie in Kurzarbeit geschickt. Die Folgen sind am Flughafen Frankfurt am Main zu sehen: Dutzende Flugzeuge stehen am Boden geparkt.

Deutscher Wetterdienst bleibt handlungsfähig

Normalerweise sammeln Flugzeuge auch Wetterdaten in der Luft.
Normalerweise sammeln Flugzeuge auch Wetterdaten in der Luft.  © Wetteronline

Die Fakten sprechen für sich: "Im März sanken die Wetterdaten von mehr als 700.000 auf wenige Tausend pro Tag", so der Sprecher.

"Fehlende Datensätze sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Damit erhöht sich das Risiko für Länder, die mehr Vorlauf brauchen, um sich auf Wetterkatastrophen vorzubereiten. Zudem werden Wettervorhersagen unzuverlässiger", so Habel.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) als offizielle deutsche Bundesbehörde hat nach eigenen Angaben weiterhin genug Möglichkeiten und Sensoren, um eine Wetterprognose zu treffen.

Satellitenaufnahmen, Live-Analysen und Messstationen in ganz Deutschland liefern dem DWD weiterhin Daten.

"Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kann trotz der weltweiten Corona-Pandemie seine zentralen gesetzlichen Aufgaben nach wie vor erfüllen", teilte der Wetterdienst mit.

Dazu gehörten vor allem die Warnung der Bevölkerung vor Wettergefahren, die Unterstützung des Katastrophenschutzes bei gefährlichen Wetterlagen und die Sicherung des Land-, Luft- und Seeverkehrs durch meteorologische Informationen und Beratungen. 

Gerhard Adrian, Präsident des DWD, teilte hierzu mit "Unser wichtigstes Ziel ist, alle für die Daseinsvorsorge und den Betrieb der Infrastrukturen in Deutschland unverzichtbaren Aufgaben des DWD auch in der Corona-Krise rund um die Uhr zu erfüllen."

Titelfoto: Wetteronline

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