Katastrophenfall ausgerufen: Wanderer nach schweren Gewittern in Hütte eingeschlossen!

München/Garmisch - Nach schweren Unwettern sind am Wochenende Feuerwehren und Polizei im Bayern zu Hunderten Einsätzen ausgerückt. Besonders aufwendig war die Rettung mehrerer Dutzend Wanderer von einer Berghütte in der Nähe von Garmisch. Wegen beschädigter Brücken konnten sie vorerst nicht zu Fuß ins Tal zurück gelangen - und wurden am Sonntag mit Hubschraubern ausgeflogen.

Ein Hubschrauber der Polizei startet nach der Rettung von Wanderern von der Höllentalangerhütte vom Landeplatz im Tal.
Ein Hubschrauber der Polizei startet nach der Rettung von Wanderern von der Höllentalangerhütte vom Landeplatz im Tal.  © Matthias Balk/dpa

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) machte keine Hoffnung auf Sonne in den kommenden Tagen. Zum Wochenbeginn soll es laut DWD trüb, nass und grau bleiben: "Am Montag dichte Regenwolken, am Dienstag von Unterfranken bis nach Südbayern leichter Regen." Örtlich sind im Laufe der Woche weiterhin Überschwemmungen möglich.

Am Sonntag waren mehrere Hubschrauber in Grainau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Einsatz. Dort hatte zuvor Landrat Anton Speer (Freie Wähler) den Katastrophenfall ausgerufen, um die Einsatzkräfte bündeln zu können, wie ein Behördensprecher sagte.

Der Bergwacht zufolge saßen gut 60 Bergwanderer auf der Höllentalangerhütte fest, unter ihnen auch Kinder. Verletzte gab es nicht. 

Die Menschen hatten die Nacht auf der Hütte verbracht. Wegen zerstörter Brücken und Wege im Höllental war ihnen der Rückweg versperrt. Diesen wieder begehbar zu machen, werde mehrere Tage dauern, sagte der Bergwachtssprecher. 

Deswegen seien die Wanderer mit Hubschraubern ausgeflogen worden.

Schwere Gewitter in Bayern halten Einsatzkräfte in Atem

Einsatzkräfte der Polizei und der Bergwacht lassen die erste Familie, die sie von der Höllentalangerhütte gerettet haben, im Tal aus dem Hubschrauber.
Einsatzkräfte der Polizei und der Bergwacht lassen die erste Familie, die sie von der Höllentalangerhütte gerettet haben, im Tal aus dem Hubschrauber.  © Jörg Jowy/Bayerisches Rotes Kreuz/dpa

Bereits in der Nacht hatte es in Grainau einen großen Einsatz gegeben: Mehr als 200 Bewohner der Gemeinde waren vorübergehend in Sicherheit gebracht worden, nachdem ein Bach über die Ufer getreten und eine Mure abgegangen war.

Auch im restlichen Freistaat gewitterte und regnete es in der Nacht zum Sonntag teilweise heftig. Feuerwehren und Polizei waren zeitweise im Dauereinsatz. In Nürnberg meldete die Feuerwehr wegen des Unwetters mehr als 100 Einsätze innerhalb von zwei Stunden. In ein Gebäude sowie in zwei weiteren Wohnungen schlug den Angaben zufolge der Blitz ein. Zudem liefen mehrere Keller voll. In Erlangen gab es Schäden am Rathaus, weswegen die Behörde am Montag geschlossen bleiben sollte.

Im Landkreis Aschaffenburg beispielsweise gab es mehr als 70 Einsätze der Feuerwehr. "In der Gemeinde Haibach stand ein Haus bis zum Erdgeschoss unter Wasser", teilte die Feuerwehr mit. 

Die Bewohnerin kam verletzt ins Krankenhaus. Zahlreiche Keller liefen voll. Etliche Straßen wurden von Schlamm überspült.

Unwetter richten in Bayern hohen Schaden an

Auch ein Hubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz.
Auch ein Hubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz.  © Matthias Balk/dpa

In Schwaben brannte in der Nacht zum Sonntag ein Wohnhaus. 

"Blitzschlag als Brandursache ist nicht auszuschließen", sagte ein Polizeisprecher. Die 30 Jahre alte schwangere Hausbewohnerin rettete sich unverletzt ins Freie. Sie wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Den Schaden schätzte die Polizei auf mehr als 100.000 Euro.

Der DWD rechnet mit Temperaturen kaum über der 20-Grad-Marke. Lediglich am Main könne das Thermometer 25 Grad zeigen. 

Am Alpenrand seien an einzelnen Tagen herbstlich frische zehn Grad möglich, nachts teilweise nur bis zu acht Grad.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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