Rekord-Winter für Deutschland? La Niña und der Mythos von "Weißer Weihnacht"

Berlin - Viele Experten stellen die Deutschen auf einen Rekord-Winter ein. Aber warum eigentlich? Die Antwort heißt La Niña, die Schwester von El Niño. Doch was ist dran am Traum von weißer Weihnacht?

Bekommen wir "Weiße Weihnachten"? Der Weihnachtsmann schaut schon mal in seine Schnee-Kugel.
Bekommen wir "Weiße Weihnachten"? Der Weihnachtsmann schaut schon mal in seine Schnee-Kugel.  © Yui Mok/PA Wire/dpa

Wann hatten wir eigentlich das letzte Mal einen "echten" Winter? Einer, mit wochen- oder gar monatelang andauernden Schneemassen? Wann war die Frage, nicht ob es Schnee zu Weihnachten gibt, sondern nur wie viel?

Gefühlt liegt das alles weiter weg als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen Spanien von einem Sieg.

"La Niña ist zurück", heißt es in einer Pressemitteilung von WetterOnline.

Und tatsächlich, die El-Niño-Schwester sorgt über dem Pazifik für ordentlich Wirbel.

Und nicht nur dort. Weil die Temperaturanomalie es sich da schön kuschelig gemacht hat, spielt das Wetter auf dem Globus hier und da ein wenig verrückt.

Heißt dies nun im Umkehrschluss, dass wir (endlich mal wieder) einen strengen Winter bekommen?

"Für Mitteleuropa gibt es keine eindeutigen Hinweise auf einen Einfluss von La Niña", ordnet Meteorologe Björn Goldhausen die Situation recht nüchtern ein. "Das letzte Ereignis war im Jahr 2010, als es in Mitteleuropa einen kalten schneereichen Winter gab."

Auf die letzten El Niñas folgte ein milder Winter

Klimaphänomen La Niña sorgt weltweit für außergewöhnliche Wetterlagen. So wie hier bei Überschwemmungen in Bolivien im Jahr 2008.
Klimaphänomen La Niña sorgt weltweit für außergewöhnliche Wetterlagen. So wie hier bei Überschwemmungen in Bolivien im Jahr 2008.  © EPA/Jorge Abrego

"Wahrscheinlich basiert die Vermutung eines bevorstehenden kalten Winters aus diesem Jahr. Das Zusammentreffen im Jahr 2010 hatte allerdings keinen wissenschaftlichen Zusammenhang, denn der kalte Winter hatte andere Gründe", nahm er dem El-Niña-Weiße-Weihnacht-Mythos mal eben die Grundlage.

Also alles nur ein (Winter-)Märchen mit dem Schnee und der Kälte?

Fakt ist, bei den letzten La Niñas um die Jahrtausendwende folgten vergleichsweise recht milde Temperaturen im Winter.

Das Temperatur-Ereignis als solches besticht letztlich dadurch, dass zwischen Südamerika und Indonesien außergewöhnlich hohe Luftdruckunterschiede herrschen. Diese wiederum führen zu starken Winden - der Kreislauf gerät so ein wenig aus den Fugen.

Die Passatwinde über dem Pazifik werden somit stärker. Allerdings seien "am meisten Regionen von La Niña betroffen, die unmittelbar am Pazifik liegen", so Goldhausen.

"Kein eindeutiger Trend", abwarten und Tee trinken

Schnee oder kein Schnee, das ist hier die Frage.
Schnee oder kein Schnee, das ist hier die Frage.  © Jan Eifert/dpa , Jörg Taron/dpa

Es gäbe "wissenschaftliche Analysen" zur Verknüpfung von La Niña und El Niño auf das europäische Wetter. Allerdings zeigen diese "keinen eindeutigen Trend."

Letztlich bleibt einem nichts anderes als abwarten und Tee trinken. Und sollte es mal wieder ein milderer Winter sein, tut es dann auch eine Schorle.

Titelfoto: Jan Eifert/dpa , Jörg Taron/dpa , Yui Mok/PA Wire/dpa

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