So verhältst Du Dich bei Hochwasser richtig

Dresden - Kaum einer weiß, wie man sich bei einer Hochwasserlage verhalten soll. TAG24 schafft Abhilfe.

Wenn der Keller vollläuft, ist Vorsicht geboten.
Wenn der Keller vollläuft, ist Vorsicht geboten.  © dpa/Roberto Pfeil

Etliche Menschen starben bei der Flut-Katastrophe in ihren Kellern, vermutlich bei dem Versuch, noch etwas zu retten.

Generell gilt: Beginnt der Keller vollzulaufen, ist es Zeit, diesen schleunigst zu verlassen.

Denn schon bei unter 50 Zentimeter Wasserstand können Türen schwer zu öffnen gehen und so zur lebensgefährlichen Falle werden.

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Außerdem kann Wasser in offene Steckdosen laufen und einen Stromschlag verursachen.

Mehr Informationen zum Verhalten in verschiedenen Krisensituationen und wie man dafür vorsorgen kann, stellt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" zur Verfügung.

Städte müssen umdenken

Mit mobilen Fluttoren versucht die Stadt Dresden ihre Altstadt zu schützen.
Mit mobilen Fluttoren versucht die Stadt Dresden ihre Altstadt zu schützen.  © dpa/Matthias Hiekel

"Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wir müssen das Ziel der Klimaneutralität so schnell wie möglich erreichen, um den Schäden durch Extremwetter-Katastrophen besser begegnen zu können", fordert Städtetagspräsident und Leipzig-OB Burkhard Jung (63, SPD) angesichts der Hochwasser-Katastrophe. Klimafolgen wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen seien längst Realität.

Städte und Gemeinden stünden deshalb vor der Herausforderung, sich an die Klimaextreme anzupassen. "Die Städte planen und bauen auf Grundlage der Klimaprognosen, um die Bevölkerung und die kommunale Infrastruktur vor den Klimaveränderungen zu schützen. Und sie entwickeln Gefahrenkarten, um die Bevölkerung darüber aufzuklären, wo bei Starkregen Überschwemmungen auftreten können. Um Starkregen-Ereignisse und Hochwasser-Lagen abzumildern, werden zudem mehr Kapazitäten für Oberflächenwasser geschaffen", erklärt er.

So würden Grünflächen geschaffen, Rückhaltebecken ausgebaut und Renaturierungen von Wasserläufen vorgenommen. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt (62), plädiert zudem dafür, "den bisher vernachlässigten Hochwasserschutz in den Mittelpunkt der Politik zu stellen". So müssten künftig auch kleinere Fließgewässer eine Rolle spielen.

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Bundesumweltministerin Svenja Schulze (52, SPD) geht sogar noch weiter. Sie schlägt vor, das Grundgesetz zu ändern, damit der Bund in Zukunft dauerhaft Mittel für die Klima-Vorsorge bereitstellen kann. Bislang sei das nicht möglich.

Städtetagspräsident Burkhard Jung (63) mahnt zur Eile.
Städtetagspräsident Burkhard Jung (63) mahnt zur Eile.  © dpa/Hendrik Schmidt

Technik hilft beim Planen

Mit der Web-Plattform "Safer Places" sollen Stadtplaner künftig simulieren können, wohin sich Wassermassen durch Starkregen ausbreiten oder Flüsse übers Ufer treten. Dadurch könnten Städte Schadens-Szenarien durchspielen und so Schwachstellen im Hochwasserschutz identifizieren.

Infolge könnten Versickerungsflächen, Schutzmaßnahmen an Gebäuden oder der (Aus-)Bau von Deichen geplant werden.

Das interaktive Online-Tool wird im Rahmen der EU-Initiative Climate-KIC unter Mitwirkung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ Potsdam entwickelt. Ein Prototyp ist bereits online abrufbar.

In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen und Bayern kam es in dieser Woche zu mehreren Hochwassern.
In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen und Bayern kam es in dieser Woche zu mehreren Hochwassern.  © dpa/Marius Becker

Immer wieder, immer öfter...

In den vergangenen 20 Jahren wurde Deutschland mehrfach von Hochwasser-Katastrophen getroffen. Offensichtlich: Starkregenereignisse und Überschwemmungen treten immer häufiger auf...

  • Juli 2017: Tief "Alfred" sucht den Harz heim. Niedersachsen ruft den Katastrophenalarm aus.
  • Mai/Juni 2016: Regionen Baden-Württembergs werden von einem Sturmtief verwüstet. In Niederbayern sterben sieben Menschen bei Überschwemmungen.
  • Juni 2013: Land unter in Mitteleuropa. In Deutschland und den Nachbarländern kommen 25 Menschen ums Leben.
  • August 2010: Hochwasser im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen. Zehn Menschen sterben.
  • März/April 2006: Katastrophenalarm in Sachsen. In Norddeutschland übertreffen die Elbe-Fluten sogar die Höchststände vom Jahrhunderthochwasser 2002.
  • August 2002: Das Jahrhunderthochwasser fordert in Österreich, Tschechien und Deutschland 45 Menschenleben, davon allein in Sachsen 21.

Titelfoto: dpa/Marius Becker

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