Von wegen leichte weiße Pracht: So viel wiegt Schnee!

Deutschland - Vorsicht, Neuschnee! Besonders in den höheren Lagen Deutschlands, wie im Erzgebirge oder am Alpenrand, bringt das nasskalte Wetter viele leise rieselnde Flöckchen, die in ihrer Masse schnell zum Problem für zahlreiche Dächer werden können.

Bei feuchtem Schnee sollte vorsichtshalber dann doch das Dach wieder freigemacht werden.
Bei feuchtem Schnee sollte vorsichtshalber dann doch das Dach wieder freigemacht werden.  © 123RF/gastas

Obwohl eine einzelne Schneeflocke in den meisten Fällen kaum zum Problem wird, kann eine Schneedecke ordentlich Gewicht auf die Waage bringen. Das berichtet nun WetterOnline. Ein Ein-Meter-Würfel an Schnee kann bis zu 800 Kilogramm schwer werden!

Deswegen sind umgeknickte Bäume, Strommasten und eingestürzte Dächer, die der weißen Last nicht standhalten können, gar keine Seltenheit.

Es gilt: Je feuchter der Schnee, desto schwerer wird er. Setzt zum bereits liegenden Schnee noch Tauwetter ein, können die fluffig aussehenden weißen Massen zusätzliches Wasser aufnehmen.

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"Die Schneedecke saugt sich voll wie ein Schwamm und das Einsturzrisiko ist dann am größten. Hausbesitzer sollten also bei angekündigtem Regen nicht auf das Tauwetter hoffen, sondern spätestens jetzt prüfen, ob die Standsicherheit des Daches gewährleistet ist", erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Doch auch ein einzelner kleiner Eiskristall kann über sich hinauswachsen! Anfangs sind Schneeflocken nur etwa vier Milligramm schwer mit einem Durchmesser von circa fünf Millimetern. Verbinden sich mehrere gefrorene Partikel in der Luft, können sie auf ihrem Weg zum Boden eine beachtliche Größe annehmen. Das Guinness-Buch der Rekorde dokumentierte die größte Schneeflocke der Welt mit einem Durchmesser von 38 Zentimetern!

Beschaffenheit von Schnee ändert sich mit der Zeit

In ihrer Masse können Schneeflocken gefährlich schwer werden.
In ihrer Masse können Schneeflocken gefährlich schwer werden.  © 123rf/yusafa

Je länger Schnee liegt, desto schwerer wird er. Das liegt daran, dass sich im Laufe der Zeit seine Beschaffenheit verändert. So kann auch nicht so feuchter Pulverschnee schwer werden durch den Druck, der im Laufe der Zeit auf ihn ausgeübt wird - sei es durch neuen Schnee oder andere Fremdkörper, die ihn von oben eindrücken.

WetterOnline gibt folgende Schneearten inklusive Dichte (kg/m³) an:

  • Neuschnee trocken: 30 bis 50
  • Neuschnee normal: 50 bis 100
  • Neuschnee nass: 100 bis 200
  • Altschnee (älter als drei Tage): 200 bis 600
  • Firn (mindestens ein Jahr alt): 600 bis 800
  • Gletschereis: 900
  • reines Eis: 917
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Frieren und Tauen, etwa bei Temperaturschwankungen, die den Schnee nicht gänzlich zum Schmelzen bringen, sorgen ebenso für einer Verdichtung.

So kann auf einem 100 Quadratmeter großen Dach eine zusätzliche Last von bis zu 50 Tonnen kommen.

Titelfoto: 123RF/gastas

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