NRW-Wetter-Bilanz 2020: Sehr warm, aber letzter Platz bei Sonnenstunden

NRW - Wenig Sonnenschein, aber überdurchschnittlich warm - die Wetter- und Klimaforscher haben für das dicht besiedelte Nordrhein-Westfalen 2020 auf den ersten Blick widersprüchliche Werte ermittelt.

Im Jahr 2020 gehörte das Land Nordrhein-Westfalen zu den wärmsten Regionen in ganz Deutschland (Symbolbild).
Im Jahr 2020 gehörte das Land Nordrhein-Westfalen zu den wärmsten Regionen in ganz Deutschland (Symbolbild).  © 123RF/Sitthinan Saengsanga

Ganz klar ist - wie schon seit Jahren: Es fiel wieder deutlich zu wenig Regen. Die Trinkwasserversorgung sei zwar weiter sicher. Wasser werde aber zur knappen Ressource, mit der man sparsam umgehen müsse, warnen Fachleute.

Bei den Sonnenstunden lag das Bundesland 2020 im Ländervergleich mit 1756 auf dem letzten Platz hinter Niedersachsen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch mitteilte.

Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 2053 Sonnenstunden.

Zugleich gehörte NRW 2020 zu den wärmsten Regionen in Deutschland. Die Meteorologen registrierten für das Land einen Jahres-Durchschnittswert von 11,1 Grad. Bundesweit lag die Durchschnittstemperatur bei 10,4 Grad.

NRW-weit hat es 2020 hat aus Sicht von Experten beim Landesumweltamt erneut deutlich zu wenig geregnet.

Die Niederschläge des Jahres hätten nicht dazu geführt, "dass ein Ausgleich der Defizite aus 2018 und 2019 stattgefunden hat", sagte der Leiter des Fachbereich Hydrologie, Roland Funke, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar sei der Februar einer der nassesten Monate gewesen, "die wir je in NRW hatten". Ansonsten sei das Jahr aber wieder "sehr, sehr trocken" gewesen.

Klimawandel macht sich deutlich bemerkbar

In Nordrhein-Westfalen fielen in den Jahren 1961 bis 1990 im Schnitt 870 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In den vergangenen 10 Jahren lag der Schnitt jedoch bei 770 Litern, sagte der stellvertretende Leiter des Regionalen Klimabüros des DWD in Essen, Thomas Kesseler-Lauterkorn.

"Um wirklich einen Trend daraus abzuleiten, ist der Zeitraum noch zu kurz, aber es ist schon auffällig." Von "Klimawandel" spricht der Meteorologe trotzdem. Er mache sich am deutlichsten bei Temperatur, Sonnenscheindauer und Niederschlag im Frühjahr, aber auch im Frühsommer bemerkbar.

Für diese Zeiträume könne man in den vergangenen Jahren insgesamt von trockeneren Verhältnissen sprechen.

Titelfoto: 123RF/Sitthinan Saengsanga

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